Full text : Die Hansestädte und die Kontinentalsperre

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Adlers  ausmalen  zu  können.  Auch  Davout  hatte  ja  in  seiner
Proklamation  davon  gesprochen,  daß  sie  „gleich  den  alten  Untertanen ­
  des  Kaisers  seiner  Liebe  und  Sorgfalt  teilhaftig  werden
würden",  daß  sie  „ihr  Handelsinteresse  mit  dem  ihres  neuen
Vaterlandes  künftig  vereinigen  sollten".  In  der  Tat  mochte  mancher
Kaufmann  bei  einem  Blick  auf  das  Gedeihen  der  linksrheinischen
und  belgischen  Industrie  die  völlige  Vereinigung  mit  Frankreich
unter  den  gegebenen  Umständen  noch  als  die  glücklichste  Wendung
für  den  darniederliegenden  Handel  ansehen.  Selten  ist  eine  Hoffnung ­
  ärger  getäuscht  worden.
Eine  der  französischen  Regierung  offenbar  von  sachverständiger
hanseatischer  Seite  eingereichte  Denkschrift  vom  25.  Dezember  1810
erörtert  die  Bedingungen,  unter  denen  der  Handel  der  Städte
künftig  allein  bestehen  könne.  Da  der  Transport  der  baltischen
Produkte  auf  dem  projektierten  Kanalwege  zu  teuer  sei,  müsse  ein
gewisser  Seeverkehr,  und  zwar  die  Ausfuhr  deutscher  Rohstoffe
und  Manufakturen  nach  Frankreich,  Holland,  Spanien,  Italien,
umgekehrt  die  Einfuhr  französischer  oder  neutraler  Produkte  und
Kolonialwaren  unbedingt  zugelassen  werden,  englische  Fabrikate
I^lbstverständlich  immer  ausgenommen.  Auch  solle  man  den  neuralen ­
  Aventure-Fahrern  die  Erwerbung  englischer  Lizenzen  und
k'ie  Versicherung  ihrer  Schiffe  in  England  gestatten,  um  den
^waigen  Schaden  auf  England  abzuwälzen.  Verbiete  man  den
^eehandel  weiter,  so  sei  der  Zusammenbruch  der  Städte  unvermeidlich, ­
  und  auch  der  Absatz  französischer  Produkte  sei  dann  unmöglich, ­
  wenn  alles  Geld  aus  ihnen  herausgezogen  würde.  Eine
Wahrheit,  gegen  die  selbst  Napoleon  blind  blieb,  bis  es  zu  spät
war!  —  Noch  weiter  gingen  die  Wünsche  der  Commerz-Deputation,
sie  in  einem  am  1.  Februar  1811  dem  Syndikus  Gries  übergebenen ­
  Antrag  formulierte:  sie  verlangte  darin  unter  anderem
Erklärung  der  Stadt  zum  Freihafen,  freie  Ein-  und  Ausfuhr  des
^ransito-Gutes,  freie  Elbschiffahrt  unter  Aufhebung  aller  Zölle,
Erhaltung  der  alten  Hamburgischen  Handelseinrichtungen,  der
Assekuranz-Kompagnien,  Posten  usw.
Das  mindeste,  was  man  in  den  Hansestädten  erwarten  konnte,
mar  die  Einbeziehung  in  das  französische  Zoll-Inland,  die  tatsächuche
  wirtschaftspolitische  Gleichstellung  mit  dem  eigentlichen  Frank-^ich.
  Davon  war  jedoch  keine  Rede.  Die  hanseatischen  De-
            
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