Full text: Die Hansestädte und die Kontinentalsperre

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IV. 
Die Befreiung. 
Am Weihnachtsabend 1812 verbreitete sich in Hamburg die 
Nachricht von der Niederlage des Kaisers, vom Untergange der 
Großen Armee in den Eiswüsten Rußlands! 
Es kann nicht unsere Aufgabe sein, die Ereignisse des Be 
freiungsfeldzuges von 1813 in den nordwestdeutschen Küstenlanden 
zu schildern. Einige wenige Angaben mögen genügen, seinen 
Verlauf in den Grundzügen in das Gedächtnis zurückzurufen. 
Die volle Gewißheit über den Umfang der französischen 
Niederlage in Rußland erzeugte alsbald bei der Beamtenschaft 
und der Besatzung der hanseatischen Departements Bestürzung und 
Kopflosigkeit, während sich in der Bevölkerung eine wachsende 
Gärung bemerkbar machte. Es ist charakteristisch, daß noch im 
Januar und Februar 1813 in Hamburg kaiserliche Blankolizenzen 
mit bedeutenden Vergünstigungen zum Verkauf ausgeboten wurden, 
über keine Abnehmer fanden, weil man den nahen Sturz der na- 
poleonischen Herrschaft voraussah. Am 9. März räumten die 
Franzosen Lübeck, am 18. zog Tettenborn, als Befreier mit un 
endlichem Jubel begrüßt in Hamburg ein. Zu beiden Seiten der 
Wesermündung, in Butjadingen und Wursten erhoben sich die 
Vauern in loderndem Haß gegen ihre Peiniger, durchzogen in 
tobenden Rotten unter dem Heulen der Sturmglocken die Dörfer 
und erstürmten die Batterien bei Blexen und Geestendorf das 
^uzige Beispiel eines wirklichen Volksaufstandes im denkwürdigen 
^efreiungsjahr. Dann kam der Rückschlag. Vom Rhein her 
Vandamme mit seinem Korps heran, um, ein französischer 
Alba, die Ordnung durch den Schrecken wiederherzustellen. Zwei 
Mitglieder der oldenburgischen Regierung, von Finckh und von 
"^3er, die allzu unvorsichtig den Übergang zum altangestammten
	        
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