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China. Textilindustrie.
Im Inlande gewonnene Rohstoffe.
Im Inlande wurden im Jahre 1910,/H folgende Rohstoffe gewonnen:
etwa 950 000 t rohe Baumwolle
„ 22400 t Wolle und tierische Haare
„ 17 770 t Rohseide
„ 90000 t Jute
„ 20 000 t Ramie
im ungefähren Werte von 1045 Mill. Mark
„ „ „ „ 22 „ „
515 ,,
40 „
12 „
1634 Mill. Mark
Baumwolle. Diese wird in sehr großen Mengen in Nordchina gewonnen.
In Qualität ist sie spröder als die nordamerikanisehe und kann allein nur zur
Herstellung gröberer Garne Verwendung finden. Die chinesische Regierung ist
aber in den letzten Jahren bestrebt, die Qualität zu verbessern.
Die jährliche Erntemenge an Baumwolle ist außerordentlich schwer zu
bestimmen, da die bisher mitgeteilten Mengen immer nur auf Schätzungen beruhen.
Vorläufig müssen wir uns aber in Ermangelung sonstiger Unterlagen mit dieser
Schätzung abzufinden suchen. Nach dem deutschen Baumwoll-Handbuch vom
Jahre 1915, Bremen, betrug die Ernte in tausenden Ballen ä 500lbs:
1910/11 1911/12 1912/13 1913/14 1914/15
4206 4221 5385 5400 4620
Nach einer Mitteilung in der Textilzeitung, Berlin 1915, S. 74, hat der
chinesische landwirtschaftliche Minister Untersuchungen anstellen lassen; dieser
zufolge belief sich die Produktion in den Jahren 1909, 1910 und 1911 auf durch
schnittlich 4180000 Ballen und im Jahre 1912 soll die Ernte 5 330 000 Ballen
erreicht haben. Es werden jetzt immer mehr Ländereien, die früher für die
Opiumgewinnung mit Mohn angebaut wurden, für Baumwollanbau benutzt.
Von der gewonnenen Baumwolle, die sich für 1910/II auf etwa 950000t
berechnet, wird ein Teil in den dortigen Spinnereien verarbeitet, und zwar un
gefähr 118900 t; ausgeführt wurden im Jahre 1911 53062 t, so daß etwa 778000 t
zur Verarbeitung in der Hausindustrie übrig blieben.
Tatsächlich ist die Baumwollindustrie als Hausindustrie in China außer
ordentlich stark verbreitet. Die gesamte Bevölkerung einzelner Dörfer und
Distrikte befaßt sich mit der Spinnerei und Weberei von Baumwollgeweben auf
Handspindeln und Handstühlen. Die von den Großspinnereien und Webereien
hergestellten Gewebe stellen sich wohl billiger und bekämpfen die Erzeugnisse
der Hausindustrie, aber die Landbevölkerung zieht die nach der alten Methode
hergestellten Gewebe als dauerhafter vor.
Wolle. Die Schafzucht ist in China nicht bedeutend. Die Ausfuhr in Schaf
wolle, Kamelhaaren und Ziegenhaaren zusammen betrug im Jahre 1911 22400 t.
Seide. Nächst Japan hat China die größte Seidenraupenzucht, und zwar
ist der wichtigste Distrikt Kanton, welcher die beste chinesische Seide produziert.
Nach den Ausfuhrlisten im Jahre 1911 betrug die Gesamtausfuhr Chinas:
Rohseide, weiß Rohseide, gelb Gezwirnte Seide Wilde Rohseide
4076 t 808 t 925 t 2046 t