Full text: Die Entwicklung der Berliner Vorortgemeinde Kleinschönebeck-Fichtenau unter besonderer Berücksichtigung der Finanzen

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c) Brunnen. 
Eng mit dem Feuerlöschwesen verknüpft, ja eine Vorbedingung 
für erfolgreiche Bekämpfung des Feuers ist das Vorhandensein guter 
Wasserverhältnisse. Da eine Wasserleitung nicht besteht, mnßte die Ge 
meinde für öffentliche Brunnen Sorge tragen; denn das Fließ ist in 
den meisten Fällen zu weit entfernt. Trotzdem bestehen zur Zeit uur 
zwei öffentliche Brunnen, einer an der Dorfaue und ein zweiter in der 
Kolonie seit 1905, der auf Veranlassung des Kreisbrandmeisters gebohrt 
wurde. Die Unterhaltungskosten sind daher sehr niedrig. In der 
Gemeinderechnung erscheinen sie erst seit 1906 und werden mit dem 
Feuerlöschwesen zusammengefaßt. 
Jahr 
Ausgaben laut Rechnung in Mark 
1966 
201,60 
19(7 
4,05 
1909 
3,75 
1909 
1910 
15,60 
1911 
15,25 
Der Voranschlag für das Jahr 1912 sieht die Erneuerung des 
Brunnens auf der Dorfaue mit 436,25 Mk., desgleichen in Fichtenau 
387,— Mk. und die Herstellung eines dritten Brunnens in der Kolonie 
mit 352,50 Mk., also einen Kostenaufwand von 1175,75 Mk. vor. 
Bei Feuersgefahr werden m. E. die Wehren, zumal wenn mehrere 
Spritzen eingreifen sollen, meist auf die Privatbrunnen angewiesen sein. 
d) Straßenbeleuchtung. 
Es ist noch nicht lange her, daß die Straßenbeleuchtung als ein 
Luxus galt, den sich nur wohlhabende Städte leisten durften. Die 
Verwaltungen hielten sie für kein Bedürfnis, so daß noch vor 
einigen Jahren in einer märkischen Stadt die Verbesserung für Be 
leuchtung mit der Begründung abgelehnt werden konnte, „Wir Ein 
heimischen finden den Weg auch so, und die Fremden können sich ihre 
eigenen Laternen mitbringen". Aber selten hat sich in den kommunalen 
Verwaltungen ein so großer Umschwung der Anschauungen durchgesetzt, 
wie in den Fragen der Ortsbeleuchtung; und zwar ist es nicht nur 
der Wille gewesen, mit der Helligkeit der Straßen die moderne Rich 
tung in der Verwaltung zu zeigen, den Ort überhaupt für den Un 
eingeweihten „in besseres Licht" zu setzen, sondern auch die Überzeugung, 
daß der Einfluß einer guten Straßenbeleuchtung auf die Sicherheit ein 
bedeutender ist. In unserer Gemeinde hat sich das Bedürfnis nach 
Straßenbeleuchtung ebenfalls erst spät herausgestellt. Die Landwirte 
im Dorf brannten für ihren Bedarf eine Hoflaterne, eine Beleuchtung 
darüber hinaus war für sie nicht notwendig. Erik durch Fichtenauer
	        
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