Object : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Auf  das  Warengeld  folgte  das  Metallgeld,  das  eine  zweckmäßigere
Form  des  Warengeldes  darstellt.  Je  mehr  der  Handelsverkehr  zunahm,  desto
größer  wurde  das  Bedürfnis  nach  einer  Ware  mit  unbeschränkter
Verkehrsfähigkeit.  Der  Güteraustausch  von  Volk  zu  Volk,  über
weite  Strecken  hinweg,  erforderte  ein  leicht  bewegliches  Tauschmittel.  Früh
schon  wurden  die  damals  noch  recht  kostbaren  Metalle  zu  Schmuckgegenständen ­
  (Spangen,  Ringen  usw.)  verwendet,  wie  vorher  schon  Purpur  und
Glas;  später  erst  fertigte  man  aus  den  Metallen  Werkzeuge  an.  Ebenso
wurden  auch  Prunkwaffen  früher  angefertigt  als  Gebrauchswaffen.  Das
Bedürfnis  der  Menschen,  sich  zu  schmücken,  ist  uralt;  der  Besitz  vou
Metallen  war  daher  für  jeden  erstrebenswert,  um  so  mehr,  als  sie  nicht
beliebig  vermehrbar  sind.
Der  Stoff  der  zur  Verwendung  gelangenden  Metalle  war  bei  den  einzelnen ­
  Völkern  verschieden.  Gold  und  Silber  waren  schon  in  den  ältesten ­
  Zeiten  bei  Assyrern,  Babyloniern  und  Ägyptern  als  Tauschmittel
bekannt.  In  Griechenland  benutzte  man  anfangs  Eisenstangen  [6ßo).6s]  als
Tauschmittel,  und  dieses  Eisengeld  hat  sich  in  Sparta  noch  bis  in  späte
Zeiten  hinein  erhalten.  Z  i  n  n  g  e  l  d  hatten  die  Phönizier,  Kupfer-  und
Bronzegeld  die  Römer.
Mit  fortschreitender  Kultur  sind  die  unedlen  Metalle  und  die  anderen
als  Tauschmittel  dienenden  Güter  (Vermittlungsgüter)  immer  mehr  in  den
Hintergrund  getreten.  Den  edlen  Metallen  (Gold  und  Silber)  wurde  eine
bevorzugte  Stellung  eingeräumt.  Ihre  im  Lauf  der  Zeit  bemerkbaren
Vorteile  waren  Veranlassung,  sie  allgemein  als  Geld  zu  gebrauchen;  nicht
von  vornherein  führte  das  Erkennen  der  Zweckmäßigkeit  zur  Benutzung
der  edlen  Metalle  als  Geld.
Die  edlen  Metalle  vereinigen  in  sich  folgende  Eigenschaften:
1.  Sie  sind  dauerhaft,  werden  durch  Luft  und  Wasser  nicht  angegriffen, ­
  schmelzen  erst  bei  sehr  hoher  Temperatur  (Gold  bei  etwa  1060
Grad)  und  lassen  sich  unbeschränkt  aufbewahren  und  anhäufen.
2.  Sie  lassen  sich  ohne  Verlust  beliebig  teilen  und  durch  Schmelzung ­
  wieder  in  beliebige  Formen  bringen.  Auch  die  kleinsten  Stücke  sind  von
derselben  Beschaffenheit.
3.  Sie  enthalten  in  kleinen  Volumen  großen  Wert  und
können  daher  leicht  versandt  werden,  da  selbst  bei  großen  Entfernungen  die
Versandkosten  im  Verhältnis  zum  Wert  keine  Rolle  spielen.
            
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