Die Bodenreform im Lichte des Freihandels.
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Zahlung nicht an, vielmehr müssen die Programmpunkte eng
miteinander verbunden, in organischen Zusammenhang hei
der gesetzgeberischen Arbeit gebracht werden.
Da es gilt, die arbeitslosen Einkommen, vornehmlich aus
Rente und Zins, zu beseitigen, so muß die nächste Aufgabe
. sein, denjenigen Boden in Staatsbesitz zu bringen, in welchem
die Natur ohne irgend ein menschliches Zutun Werte auf
gespeichert hat, und die außerdem von einem wüsten und
gewissenlosen Börsenspiel zur Ausbeutung des Volkes be
nutzt werden: wir meinen die Bergwerke. Wenn die
Staatsregierung es für nötig befunden hat, die Eisenbahnen
zu verstaatlichen, da sie — wie besonders die Vereinigten
• Staaten von Nordamerika zeigen — ein dem nationalen
Wohlstände verderbliches Monopol von Privaten darstellen
• können, so liegt hier der Anlaß zur Auskaufung noch viel
näher. Die Verstaatlichung der Bergwerke mit Staatsbetrieb
würde auch keinen allzu großen Schwierigkeiten begegnen,
zumal die fiskalischen Gruben durch bessere Behandlung
und Bezahlung das Vertrauen der Arbeiter, und durch
Entgegenkommen gegen die Industriellen — wie Herab
setzung der Kohlenpreise — das der industriellen Unter -
mehmer genießen. Wartet man, bis eine Deroute wie nach
1873 in der Industrie zum vollen Ausbruche gekommen ist,
: so wird das Gemeinwesen sein eigenstes Eigentum billig
.zurückerwerben können. Damit würde die kapitalistische
Ausbeutung eines mächtigen Stützpunktes beraubt, der
Konzentration der großen Vermögen ein weiterer kleiner
Riegel vorgeschoben sein. Die Einnahmen aus den Zechen
würden wie bei den Eisenbahnen allen Bürgern zugute
‘kommen, der Konsum, statt zu sinken, gehoben werden.
Ferner würde dadurch, daß das private Kapital von einer
großen Anlagemöglichkeit ausgeschlossen wäre, der Zins
fuß noch weiter sinken, als es schon die Eisenbahnver
staatlichung — ohne von andern Ursachen zu reden —
Die Re
formwege
im ein
zelnen.