Full text : Grundfragen der englischen Volkswirtschaft

Die  Organisation  des  britischen  Weltreichs.

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Vertreter  des  industriellen  Schutzzolls  zusammenfanden,  wurde  vor
allem  hervorgehoben,  daß  die  Kolonien  noch  auf  lange  Jahre  hinaus ­
  den  Bedarf  des  Reiches  nicht  zu  decken  vermöchten.  Die  Ausfuhr ­
  der  Kolonien  nach  allen  Ländern  habe  (1908/09)  408  000  000  £
betragen;  die  Einfuhr  des  Mutterlandes  dagegen  691  000  000  £;
hiervon  kamen  nur  194  000  000  £  aus  den  Kolonien.  Andererseits
betrage  die  Ausfuhr  des  Mutterlandes  530  000  000  £;  davon  beziehen
die  Kolonien  nur  161  000  000  £;  ihre  Aufnahmefähigkeit,  d.  i.  ihre
ganze  Einfuhr,  betrage  nur  360  000  000  £.  Die  Weltproduktion  sei
daher  zur  Versorgung  des  Mutterlandes  ebenso  nötig  wie  der  Weltmarkt ­
  zum  Absatz  seiner  Waren.  Der  Anteil  fremder  Waren  an
seiner  Versorgung  habe  in  den  letzten  60  Jahren  stets  mehr  als
70o/o,  nie  mehr  als  80o/ 0  seiner  Bezüge  ausgemacht;  der  der  Kolonien ­
  habe  immer  zwischen  20—-30  o/o  geschwankt.  Umgekehrt  hätten
die  Kolonien  stets  nur  zwischen  25—35o/ 0  der  britischen  Erzeugnisse ­
  aufgenommen.  Eine  weitgehende  Verschiebung  in  diesem  Verhältnisse ­
  lasse  sich  in  den  letzten  30  Jahren  nicht  nachweisen.  Das
treffe  auch  zu,  wenn  man  sich  auf  die  eigentlichen  Fabrikate  beschränke. ­
  Der  Anteil  der  Kolonien  an  der  englischen  Fabrikatausfuhr
habe  1900  36o/ 0 ,  1905  37o/ 0 ,  1909  38o/ 0  betragen.  Die  Gewährung
einer  kolonialen  Bevorzugung  müsse  eine  Verteuerung  der
Produktionskosten  herbeiführen  ;  das  bedeute  eine  Gefährdung
der  britischen  Industrie  auf  dem  Weltmarkt,  zumal  fremde
Länder  sich  natürlich  mit  Zollmaßnahmen  gegen  die  Vorzugspolitik ­
  wenden  würden;  solche  Maßnahmen  müßten  das  Mutterland, ­
  das  auf  Fabrikatausfuhr  angewiesen  sei,  härter  treffen  als
die  Kolonien,  die  Rohstoffe  usw.  lieferten.  Die  Kolonien  seien
nun  nicht  gewillt,  dem  Mutterlande  einen  Ersatz  für  diesen
Verlust  zu  bieten,  da  sie  ihre  jungen  Industrien  weiter  schützen
würden.  Man  könne  allerdings  in  den  Kronkolonien  und  besonders ­
  in  Indien  sich  die  fremde  Konkurrenz  durch  Einführung
von  Vorzugszöllen  für  britische  Waren  vom  Leibe  halten;  man  gefährde ­
  aber  dadurch  die  politische  Stellung  Englands.  Bis  jetzt  habe
man  im  Interesse  des  indischen  Konsumenten  Schutzzölle  verweigert;
wolle  man  jetzt  Vorzugszölle  einführen,  die  die  englischen  Waren
nicht  treffen,  so  liefere  man  den  indischen  Konsumenten  den  britischen ­
  Unternehmern  aus,  ohne  daß  man  die  indischen  Schutzzöllner
befriedigen  könne,  deren  Hauptgegner  in  vielen  Fällen  eben  die  engli-
            
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