Full text: Die Einrichtungen der preußischen Landkreise auf dem Gebiete der Kriegswirtschaft

finden. Immerhin war von unserer Seite alles geschehen, um 
auf eine restlose Erfassung des Gemüses eingerichtet zu sein. Was 
dagegen fehlte, wenigstens in den ersten Wochen, war das F r ü h- 
g c m ü s e und F r ü h o b st. In nie dagewesenen Strömen walzte 
sich die Flut der Hamsterer über das Land, um panikartig sämtliche 
nur einigermaßen marktfähige Ware zu den unglaublichsten 
Preisen aufzukaufen. Selbstverständlich war hiergegen auch die 
beste Organisation machtlos. Preiserhöhungen, die wir bei der 
Bezirksstelle in Anbetracht des ungünstigen Ernteausfalles so 
mancher Frühgemüse dringlich befürwortet und beantragt hatten, 
kamen leider erst heraus, als die Ware vom Markt verschwunden 
war. Anfang Juli kam dann das erste Vcrtragsgemüsc (Bohnen), 
von denen wir 40 Morgen abgeschlossen hatten, auf den Markt. 
Von dieser Zeit an konnten wir eine ständige, zum Teil sehr große 
Steigerung feststellen, die im Monat September 8 Wagen täglich 
erreichte. Der größte Teil der angefahrenen Mengen wurde zum 
Frischverbrauch an die Jndustriegemeinden und Werke abgegeben. 
Dagegen waren wir in der Lage, größere Mengen Obst (rund 
70 Wagen) zur Verarbeitung zu Marmelade an den Bezirks 
einkauf abzugeben. Einige Waggons Obst wurden in der Dörr 
anlage getrocknet zur demnächstigen Verteilung an die Lazarette. 
Der weitaus größte Teil des Anbaus besteht aus Weißkohl. 
Hiervon wurden bis jetzt 60 Wagen in der Sauerkrautfabrik des 
Kreises verarbeitet. Wenn auch diese Bestände der Kriegs-Sauer- 
kraut-Gesellschaft vorschriftsmäßig angemeldet werden müssen, so 
wird doch nach der Bestimmung derselben den Kommunalver 
bänden, welche Sauerkraut selbst herstellen, ein größerer Prozent 
satz der Ware belassen. Außerdem hoffen wir, daß die Qualität 
dieses selbst hergestellten Sauerkrauts eine bessere sein wird, als 
wir sie im vergangenen Jahre von den Lieferungsstellen der 
Kriegsgesellschaft erhalten haben. 
Neben der Tätigkeit der Sammelstellen haben wir die günstige 
Heranführung von Gemüse und Obst hauptsächlich den im ver 
gangenen Frühjahr abgeschlossenen Anbauverträgen in 
den verschiedenen Gemüse- und Obstsorten z» verdanken. Die für 
den Anbau notwendigen Sämereien sind bereits seit längerer Zeit 
gekauft und sind auf unserem Lager, was uns bei der Lage des 
Sanienmarktes eine außerordentliche Beruhigung ist. Die Be 
mühungen, den Anbauern Dünger zu verschaffen, setzen wir fort. 
Durch weiteren Zukauf von Sämereien hoffen wir auch in der 
Lage zu sein, den dringendsten Anforderungen der Bürger 
meistereien für die kleinen Gartenbesitzer zu entsprechen. Um den
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.