Die Wechselstuben
51
fahlen nicht nur ihre eigenen Wertpapiere, sondern animierten
das Publikum auch sehr lebhaft zu Spekulationen
in allen möglichen Börsenwerten, zum Teil sogar in
recht minderwertigen englischen Minen-skare8. Genau
so wie früher die Wechselstuben der Privatbankiers
wurden diese Depositenkassen allmählich zum Mittelpunkt
eines spielsüchtigen und über dein Spiel alle Sittlichkeit
vergessenden Publikums. Diese Methode der Volksausbeutung
erwies sich allerdings als nicht minder gefährlich
für die Verführer als ftir die Verführten. Denn das
Börsengesetz hatte inzwischen die Zahlungsverweigerung
Tür Schulden aus Börsengeschäften erheblich erleichtert,
und die Folge davon war, daß zahlreiche Differenzprozesse
gerade von solchen Elementen angestrengt würben,
die keineswegs als Verführte gelten konnten, fonbern
in kaufmännischen Geschäften recht wohl bewandert
waren.
Diese Banken sind entweder durch die Verschwelung
mit anderen Instituten von der Bildfläche verschwunden,
oder sie haben von der Tücke des Schicksals
Selernt und ihre Depositenkassen aus andere Geschäftszweige
zugeschnitten. Sie bemühen sich jetzt eine Lücke
Auszufüllen, die das Verschwinden der Privatbankiers
U bas Berliner Geschäftsleben gerissen hat. Dadurch
"üben nämlich viele mittlere und kleinere Geschäftsleute
xe Kredithelfer verloren. Bei den großen Banken
onnen natürlich die Geschäfte nur mehr oder weniger
wemattsch geführt werden. Es ist ihnen daher nur
en möglich, mittleren und kleineren Gewerbetreibenden
Kredit
^ mt zu gewähren, die einer sorgfältigen Untersuchung
b ^..Kreditwürdigkeit und einer ständigen Überwachung
Dürfen. Hier knüpfen allmählich die Mittelbanken an;
^ luchen ihre Wechselstuben mit kauftuännisch geschulten
Kumten auszustatten, die die Kundschaft genau kennen