fullscreen: L'Impôt foncier et la captation personelle sous le Bas-Empire et à l'époque franque

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Zweiundzwanzigstes Buch. 
beide schließlich sozial verankert. Aber der Vater Goethes war 
kaiserlicher Rat und seine Mutter eine Frankfurter Patrizier⸗ 
tochter: der nächsten Aszendenz nach gehörte Goethe dem neuen 
hohen Bürgertum an, dessen Bildung sich in dem Jahrhundert 
nach dem Dreißigjährigen Kriege vollzogen hatte. Anders 
Schiller. Sein Vater war ein Wundarzt, der es schließlich 
bis zum Major brachte, seine Mutter eine Wirtstochter: er 
entstammte den besseren Schichten des bürgerlichen Mittel⸗ 
standes. Und so verkörpern die Eltern beider Dichter die 
beiden neuen Klassen des Bürgertums im 18. Jahrhundert, 
deren gemeinsamem, sich ergänzendem Streben der Aufschwung 
der Nation zu einer primitiven Volkswirtschaft des Unter 
nehmertums zu danken war. 
Nicht minder läßt sich von einer komplementären Bildung 
beider Dichter nach ihrer geistigen Herkunft sprechen. Die 
Väter von beiden hatten viel ähnliches: nüchterner Rationa— 
lismus, tüchtiges Wesen: und wenn Schillers Vater in den 
Jahren 170768 ,Okonomische Beiträge zur Verbesserung des 
bürgerlichen Wohlstandes“ erscheinen ließ und darin für eine 
rationelle Baumzucht eintrat, so dürfen wir annehmen, daß 
der alte Herr Rat diese Schrift, hätte er sie gekannt, sicher 
zur Hand genommen haben würde. Aber die Söhne sind 
nicht den Vätern nachgeraten, sondern den Müttern. Und da 
welch gegensätzliche Ergänzung! Auf der einen Seite die 
Mutter Schillers, kleinbürgerlich schlicht, ohne literarisch⸗ 
ästhetische Ambitionen, in einem fast mystischen Christentum 
als dem geistigen Mittelpunkt ihres Daseins geruhig lebend — 
und auf der anderen die Frau Rat, die resolute Frau in der 
großen Frankfurter Haube, die „alles gleich frischweg tat und 
den Teufel verschluckte, ohne ihn erst lange zu begucken,“ die 
in naiver Demut rühmen konnte: „Ich habe die Gnade von 
Gott, daß noch keine Menschenseele mikveranüat von mir weg⸗ 
gegangen ist.“ 
Ja selbst bis auf die körperliche Ausstattung erstreckte sich 
der ergänzende Gegensatz der Dichter. Man weiß, wie Goethe 
den Zeitgenossen, und nicht zuletzt den Frauen, als Apoll galt:
	        
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