M: 6. Mai 1893 hat die erste Hauptversammlung des
Berliner Spar- und Bauvereins stattgefunden,
der am 9. März 1892 auf der Grundlage des gemeinsschaftlichen
Eigentums errichtet worden war und
seinen Mitgliedern billige und auf Lebenszeit unkündbare
und unsteigerbare Mietwohnungen liefern wollte.
Wie ich schon erwähnt habe, hatte Adolf Gaul uns auf die
große Tragweite dieser Gründung aufmerksam gemacht
und es hatten sich im Juli 1892 in einer Mitgliederversammlung
835 Anwesende dem Bauverein als Genosssenschafter
angeschlossen.
Die Folge dieses eintretens und einiger Vorträge, die
Rechtsanwalt Berg und Damaschke für den Bauverein
gehalten hatten, war, daß in der Hauptversammlung des
Bauvereins die Bundesmitglieder Berg, Damaschke,
Haase, Jahn und Völker in den Aufsichtrat und ich in den
Vorstand gewählt worden sind.
Noch im selbem Jahr konnte im Stadtteil Moabit der
Grundstein zum erstem Wohnhause gelegt und damit die
große Entwicklung eingeleitet werden, die dieser Verein
genommen hat. Der Verein, dessen Gründer der verstorbene
Geheimrat Dr. Julius Post gewesen ist, der damals
die Zentralstelle für Arbeiterwohlfahrt geleitet hat,
besaß ende 1925 7165 Mitglieder. Die Spareinlagen und
die Geschäftguthaben der Genossen waren bei Ausbruch
des Krieges auf 3 834 708 Mark angewachsen. Er hatte
bis dahin in verschiedenen Stadtteilen von Groß-Berlin
nach den Entwürfen des verstorbenen Professors Alfred
M ess e l Wohnhäuser im Werte von 11 Millionen Mark
errichtet, in denen 6047 Personen ein freundliches und
sicheres Heim gefunden hatten. Nach solchen Ergebnissen
genossenschaftlicher Arbeit von einem paar Genossenschafthäusern
oder dem lockendem Schlagwort von der „praktischen“
Arbeit zu sprechen, wie Damaschke es wiederholt
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