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„Noctes Atticae“ das‘ Vorgehen mancher Vielschreiber, die
nur auf den großen Haufen und nicht auf den inneren
Wert ihrer Aufzeichnungen schauen und urteilslos allen
möglichen Kehricht zusammenbringen: „Namque . illi
omnes, et eorum maxime Graeci, mülta et varia lectitantes,
in quas res cunque inciderant, alba ut dieitur linea sine
cura discriminis solam copiam sectati converrebant“’). Als
Beispiel eines solchen Kritiklosen Sammeleifers führt er
später einen Mann aus seinem Bekanntenkreise an, der
eines Tages ihm mit einem riesigen Bande seiner Kollek-
taneen eine Freude habe machen wollen. „Accipio cupidus
et libens, tamquam si copiae cornu nactus essem: et re-
condo me penitus, ut sine arbitris legam. At quae ibi
scripta erant, pro Jupiter! mera miracula: quo nomine
fuerit, qui primus grammaticus appellatus est, et quot
fuerint Pythagorae nobiles, quot Hippocratae“ etc. Als er
von diesem Inhalt des Bandes Kenntnis genommen, habe
er ihn schleunigst dem gütigen Geber zurückgestellt?).
Als erste Regel für die Wahl des Gegenstandes der
Stoffsammlungen wird man mit diesem alten römischen
Gewährsmann festhalten können, daß dieselbe mit weiser
Mäßigung und umsichtigem Urteil zu geschehen
hat. Man unterscheide die Aufzeichnungen aus den eigent-
lichen Quellen von den Sammlungen aus den Bearbeitungen
und Hilfsmitteln.. Mit Rücksicht auf die Quellen sahen wir
schon oben n. 45,2 p. 125, daß nichts als zu klein und
unbedeutend beiseite gelassen werden darf. Bei den übri-
gen Sammlungen soll nicht alles irgendwie Bemerkens-
werte aufgezeichnet werden, sondern nur das Hervorra-
gendste nnd Zweckdienlichste. Dabei wird die richtige Ein-
schätzung des Wertes der verschiedenen Schriften und
Hilfsmittel einen guten Fingerzeig für die Bestimmung des
rechten Maßes bei den Auszügen aus denselben geben
können.
1) Aulus Gellius, Noctes Atticae, Praef. 11.
2) Ders. ebd. 1. 14 c. 6.
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