die Gefahr des Missbrauchs und des schliesslichen Herabdrückens
der Sätze grösser als unter unserer mehr sesshaften Arbeiterschaft,
die an der Stabilität der Arbeitsbedingungen stärker interessiert
ist und eher einen Gemeinschaftsgeist entwickelt. Wo
drüben die Akkordvereinbarungen den Stundenlohn als Mindestsatz
garantieren, werden sie schon nicht mehr als reine Stückarbeit
(piece work), sondern als eine ArtPrämiensystem angesehen.
So nennt man auch die von den deutschen Gewerkschaften gebilligte
Akkordarbeit. Es gibt auch in Amerika Organisationen, die
der Akkordarbeit zustimmen, und sogar solche, für deren Mitglieder
sie eine wesentliche Rolle spielt. So arbeitet z. B. ein
grosser Teil der gut organisierten Former und Giesser in Akkord.
Sie verdienen dann statt des schon erwähnten durchschnittlichen
Tagelohnes von 7,29 Dollar nachfolgende tägliche Akkorddurchschnitte:
in Cincinnati 9,57 Dollar, in Philadelphia 9,72 Dollar, in
Chicago 11,10 Dollar und in Rochester (N. Y.) 12,78 Dollar. Der
Berechnung für Cincinnati liegen 147 Betriebe mit insgesamt 4807
in Akkord arbeitenden Formern zugrunde.
Die im Vergleich zum Stundenlohn ziemlich hohen Akkordverdienste
zeigen, dass die Gewerkschaft bei deren Gestaltung wirksam
mitarbeitet, wogegen nach unserer Kenntnis die Akkordverdienste
in unorganisierten Betrieben oft genug sehr unbefriedigend
sind. In Akkord arbeiten ferner die Bergleute, sowohl organisierte
wie unorganisierte; desgleichen die fast gar nicht organisierten
Arbeiter der Frzbergzwerke, ferner die Arbeiter der Walzwerke,
deren Akkordlöhne durch eine Komitee festgesetzt und überwacht
werden, die Metallpolierer, die Innenmonteure der Flektroindustrie
(iedoch mit Garantierung eines Tagelohns von 8 Dollar) und
ausserdem die Arbeiter in Schuhfabriken, um die bekanntesten der
in nennenswertem Umfang akkordarbeitenden Berufe aufzuzählen.
9. Arbeitszeit,
Mehr und deutlicher als an der Lohnhöhe — bei deren Gestaltung
immerhin verschiedenartige Umstände mitwirken —
zeigt sich die Stärke und der Einfluss der amerikanischen Gewerkschaften
an der Dauer der Arbeitszeit in den einzelnen Industrien
und Berufen, ja, man kann die Arbeitszeitverhältnisse fast
immer als den Massstab gewerkschaftlicher Wirksamkeit ansehen.
In den bestorganisierten Berufen herrscht heute die 44-Stunden-Woche.
So z.B. haben die Maurer in allen bis auf vier der von
der Statistik erfassten Städte die 44-Stunden-Woche, desgleichen
die Bauhilfsarbeiter und die Mörtelträger. Weiter haben die
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