arbeiterberufen die Neulinge zahlreicher, besonders aus den schon
oft besprochenen Einwandererschichten und aus der ärmeren
Bauernschaft und deren Söhnen. Dadurch werden zwischen den
Löhnen in den verschiedenen Gegenden und Betrieben ganz bedeutende
Spannen geschaffen, je nach der gewerkschaftlichen
Qualität der Arbeitermehrheit. Und was hier von der Metallindustrie
gesagt ist, gilt ebenfalls für den grössten Teil der übrigen
Industriezweige. Deshalb stehen in diesen Industrien die im
Landesdurchschnitt tatsächlich gezahlten Löhne viel tiefer unter
dem gewerkschaftlichen Tariflohn als im Bau- und Buchdruckgewerbe,
wo die Wirkung des Tarifs sich auf einen viel grösseren
Bruchteil aller Berufsangehörigen erstreckt. Man vergleiche, um
das bestätigt zu finden, in den beigefügten Tabellen den Durchschnittslohn
der gelernten Arbeiter im Buch- und Zeitungsdruck
mit deren gewerkschaftlichem Tariflohn und mache dann anderseits
denselben Vergleich zwischen den Tariflöhnen und den wirklich
gezahlten Löhnen in der Metallindustrie, in der Automobilindustrie
und in den Giessereien.
Der tatsächlich gezahlte Landesdurchschnitt der Buchdruckerlöhne
war im September 1924 88,5 bzw. (in Zeitungsdruckereien)
92,4 Cent. Die Tariflöhne vom Mai 1925 lagen zwischen 78,4 und
120,5 Cent. In den Bauhandwerken, bei denen bessere Organisationsverhältnisse
bestehen, als die Buchdrucker sie jetzt, naclı
einigen wenig glücklichen Kämpfen, aufzuweisen haben, ist die
Spanne zwischen Landesdurchschnitt und Tariflohn wahrscheinlich
noch geringer. Leider fehlen uns über die tatsächlich gezahlten
Löhne im Baugewerbe exakte Angaben.
Der Landesdurchschnittslohn in den verschiedenen Metallbranchen
liegt mit 69,8 Cent für Gelernte im Automobilfach, 64,1
Cent in Eisengiessereien und im Maschinenbau und 65,5 Cent in der
übrigen Metallbearbeitung wieder bedeutend unter dem gewerkschaftlichen
Minimum, was übrigens auch daran liegt, dass die
grosse Zahl der „Angelernten‘“ in den Lohnlisten ebenfalls als Gelernte
steht! (Vgl. Seite 159.)
Obwohl sich also im Landesdurchschnitt nicht mehr das Fünfund
sogar Sechsfache deutscher Löhne ergibt, so sind doch selbst
diese Löhne in den aufgeführten Industrien noch immer um ein
Mehrfaches höher als die unsrigen.
Für die Bewertung der Tabelle mit den Durchschnittslöhnen
(Seite 160) ist folgendes zu bemerken: Es handelt sich bei deren
Daten um tatsächlich gezahlte, also nach den Beträgen der Lohnlisten,
dividiert durch die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden, ermittelte
Lohnziffern. Wären in diesen Stundenlöhnen wesentliche
Beträge an Überstunden- oder Nachtstundenzuschlägen enthalten,
so würde dadurch das Zahlenbild erheblich günstiger gestaltet
werden, als etwa die eigentlichen nominalen Lohnsätze sind. Nach
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