Elemiöl
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Emulgen
kommt je nach der Herkunft in Form runder
Kuchen oder gegossener Stangen oder kisten
weise in losen Stücken zum Verkauf. Es unter
hegt mannigfachen Verfälschungen und soll sogar
aus parfümiertem Fichtenharz ganz ich nach
gemacht werden. Das E. dient in der Pharmazie
zur Bereitung von Salben und Pflastern, in der
Hutmacherei zum Steifen und wird zur Her
stellung von Spiritusfirnissen, die nicht ganz
farblos zu sein brauchen, an Stelle des Terpentin
öls verwandt, da es Glanz und Geschmeidigkeit
gibt, ohne wie jenes Risse zu erzeugen oder den
Firnis klebrig zu machen.
Elemiöl (lat. Oleum elemi, frz.Essence d’dlemi,
eng). Elemi oil), das durch Destillation zu 20
bis 30 »/o aus dem Manila-Elemi dargestellte äthe
rische Öl, ist farblos bis gelblich, leicht in
Alkohol löslich und besitzt deutlichen Geruch
nach Phellandren. Das spez. Gew. liegt bei
0,870—0,914, die Drehung beträgt zwischen —j—35
und —)— 53 °. Von den Einzelbestandteilen sind bis
jetzt Phellandren, Dipenten und einige
Polyterpene sowie ein Körper alkoholischer
Natur und ein mit dem Namen Elemizin belegter
Phenoläther isoliert worden.
Elfenbein (lat. Ebur, frz. Ivoire, engl. Ivory).
Diese seit dem frühesten Altertum geschätzte
und zu Kunstwerken und Geräten verarbeitete
Masse besteht aus den Stoßzähnen des afrika
nischen und indischen Elefanten, und zwar vor
zugsweise des männlichen Tieres, obwohl auch
das weibliche, aber nur in Afrika, ein paar
kleinere nutzbare Zähne ansetzt. Daneben bilden
auch die Backenzähne einen, wennschon unter
geordneten Handelsartikel. Das weiße E. kommt
aus Afrika (Hauptausfuhrplatz Zanzibar;, das die
größten, leider oft rissigen Zähne von großer
Härte und gedrungenem Korn liefert, während
die gekrümmten asiatischen Zähne von Sumatra,
Siam, Kotschinchina und dem osfindischen Fest
kinde wegen ihrer Zähigkeit geschätzt werden.
Der Hauptmarkt in Europa war bislang London,
doch machen nhuerdings Hamburg und Ant
werpen (Auktionen der Kongoware) erhebliche
Konkurrenz. Die Zähne werden nach der Größe
sortiert und bewertet, außerdem richtet sich
der Preis danach, ob sie schwach oder stark
Sekrümmt, rissig, frisch oder alt sind und ob die
Höhlung sich von der Wurzel weit in das Innere
®(streckt. Mit zunehmendem Alter füllt sich
die Höhlung immer mehr mit Zahnmasse an.
völlig ausgewachsene afrikanische Zähne sind
'S—18 dm lang und bis 50 kg schwer. Stücke
Von 20—-24 dm Länge und 75—85 kg Gewicht
kommen selten vor. Die asiatischen Zähne wer
den nicht über 9—12 dm lang und 25—30 kg
schwer. Das E. hat eine gelbliche Färbung, die
rn 't der Zeit gesättigter wird, durch Bleichen zwar
jufgehellt werden kann, aber meist wieder nach
dunkelt. Infolge einer eigentümlichen maschigen
mruktur lassen Querschnitte eine rautenförmige
JW'chnung erkennen. In chemischer Hinsicht
® e sfeht es wie die Knochen aus phosphorsaurem
u nd etwas kohlensaurem Kalk neben Knorpel-
Substanz. Es wird von Drechslern, Kammachern,
manofOrtefabrikanten und Schnitzern zur Her-
s tellung zahlreicher Gebrauchs- und Kunstgegen-
®lande verarbeitet. Besonders in Nürnberg und
■mirth, in Gaislingen bei Ulm, im bayrischen
Hochlande, in Wien, bei Dieppe, in China und
Japan steht die Elfenbeinschnitzerei in hoher
Blüte. Auch die Abfälle finden mannigfache
Verwendung. Geraspeltes E. wird von Nürn
berg als Streusand in den Handel gebracht, fein
gemahlenes als Füllmasse für Zelluloidwaren
,s. d.), namentlich künstliche Billardbälle benutzt.
— Durch Glühen unter Luftabschluß erhält man
das Beinschwarz (lat. Ebur ustum nigrum, frz.
Noir d’os, engl. Ivory-Black), doch ist die
Bezeichnung gebranntes E. später auch auf
Schwarz aus allen Knochen, Hirschhorn über
tragen worden. — Weißes gebranntes E, das
beim Glühen in offenen Gefäßen entsteht, dient
zum Putzen feiner Metalle, zur Herstellung von
Beinglas usw. ■— Als künstliches E. sind
zahlreiche Kunsterzeugnisse in den Handel ge
kommen, die zwar Farbe und Aussehen der
natürlichen Masse mehr oder weniger gut tiach-
ahmen, sonst aber wenig von deren Eigenschaften,
am wenigsten ihre Elastizität besitzen. Meist
bestehen sie aus Gemischen von Eiweiß, Gelatine,
Guttapercha mit Zusatz mineralischer Substanzen.
Das beste Ersatzmittel für E. ist das Zelluloid.
— Von andern Tierarten liefert noch das aus
gestorbene Mammut Zähne, welche dem E.
völlig gleichartig sind und in, Sibirien, besonders
auf der Insel Liakon, seit Jahrhunderten in un
geheuren Mengen gewonnen werden. Auch die
spannenlangen Vorder- und Eckzähnc des Nil
pferds (Hippopotamus amphibius), welche
noch feiner und härter als das E. sind und nicht
gelb werden, finden an seiner Stelle vielfach An
wendung. Da sie bis weit hinein hohl sind, kön
nen sie zwar nur zur Herstellung kleinerer
Gegenstände benutzt werden, liefern aber gutes
Material für künstliche Gebisse. Walroß-
zähne besitzen eine sehr feste und feine Struktur
und finden als Stockgriffe Verwendung, Hin
gegen ist der Stoßzahn des Narwals weniger
fest und schön als E. und daher nur zu geringeren
Drechslerarbeiten zu verwenden.
Email nennt man die Glasur, mit welcher
metallene Gebrauchsgegenstände, besonders aus
Eisenblech, überzogen werden, um sis gegen die
Einwirkung von Säuren widerstandsfähig zu
machen und vor dem Rosten zu schützen. Zur
Herstellung der E. dient ein Glasfluß aus Feld
spat, Quarz, Soda und Ton, dem zur Erhöhung
der Leichtflüssigkeit meist Borax, zur Erzie
lung der Undurchsichtigkeit Zinnoxyd, Antimon 1
oxyd, Arsenik oder Kalziumphosphat zugesetzt
wird. Das früher aus Bequemlichkeit vielfach
benutzte Bleioxyd ist neuerdings meist verlassen
worden, weil nach dem Reichsgesetz vom 25. Juni
1887 Eß-, Trink- und Kochgeschirre bei t/sstün-
digem Kochen mit 4prozentigem Essig kein Blei
abgeben dürfen. Aber auch arsen- und antimon-
haltige Glasuren müssen vom gesundheitlichen
Standpunkte als bedenklich bezeichnet werden.
Emetin (lat. Emctinum, frz, Emötine, engl.
Emetine), das wirksame, brechenerregende Al
kaloid der Brechwurzel oder Ipecacuanh-a,
besitzt einen schwach bitteren Geschmack,
schmilzt bei 68° und ist in Alkohol, Äther,
Chloroform leicht, in Wasser schwer löslich.
Emulgen, ein zur Erzeugung haltbarer öl-
emulsion angepriesener Schleim, besteht aus einer