Full text : Die Lagerstätten von Wolfram, Zinn und Molybdän in Russland

BL Rußlands Zinnlagerstätten
II. Zinnsteingänge im Kalba-Gebirge.
In der Zeit vor der russischen Herrschaft ist im Kalba-Gebirge
auf der linken Seite des Irtysch von den Eingeborenen, vielleicht
auch von den Chinesen, ein Zinnsteinbergbau betrieben worden.
Heute noch erhaltene Stollen geben uns Kenntnis hiervon. Vermutlich
 hat das Erz zur Herstellung der in der dortigen Gegend
verbreiteten alten Bronzen gedient.
Die Vorkommen bilden NO streichende Gänge innerhalb
metamorpher Schiefer und gehen zumeist in nächster Nähe von
Graniten zutage, mit denen sie eng zusammenhängen. Den östlichen
 Abschnitt dieses Gebietes kennzeichnen häufig Pegmatitgänge
 mit viel pneumatolytischen Mineralien, vorherrschend
Turmalin und hellem Glimmer. Mehr nach W treten nordwestlich
streichende Goldquarzgänge in Erscheinung und die Merkmale
der Zinnführung gehen allmählich verloren. Zinnsteinseifen sind
bisher unbekannt geblieben; das hierfür in Betracht kommende
Gelände ist seiner Goldarmut wegen von den Goldsuchern nicht
in den Bereich ihrer Tätigkeit gezogen worden.
Kotul’skij, der eine kurze Beschreibung der Gegend
gibt, erwähnt drei Lagerstätten, von denen die des Amanatflusses
sich bisher als nicht fündig erwiesen haben, obgleich von dort
alte Stollenanlagen bekannt sind.
Die Lagerstätte des Flusses Urunchaj gehört einem etwa
1 m mächtigen, 10° NO streichenden und 80° NW fallenden Quarzgang
 an. Das Nebengestein besteht aus Schiefer, Zinnstein fand
sich in der alten Grube und auf der Halde, jedoch als seltener
Einsprengling.
An einen nordöstlich im Schiefer streichenden Quarzgang ist
das Vorkommen des Flusses Tagoj gebunden, von dem Erz als
Einsprengling im Quarz der alten Halden angetroffen worden ist.
Mikroskopisch konnte auch Scheelit nachgewiesen werden. Schürfversuche
 an den benachbarten Seifen ergaben eine Erzführung
von 0,005 % mit 31 % Scheelit und 69 % Zinnstein. Nach den
bisherigen Ergebnissen kommt diesen Lagerstätten keinerlei
Bedeutung zu, doch dürften bis zur endgültigen Klärung noch
eingehendere Untersuchungen erforderlich sein.
            
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