Silberhäutchen entwickelt. Die Kleberzellen sind klein. Das
Nährgewebe ist größtenteils glasig, nur an einzelnen Stellen,
z. B. in der Nachbarschaft des seitlich anliegenden Keimlings,
mehlig. Dieser ist kaum !/, so lang wie das Nährgewebe und
wird beim Schälen der Frucht entfernt, so daß er dem Handelsreise
fehlt.
Das Reiskorn keimt leicht. Jack (73, S. 21) berichtet vom
Auswachsen des Reises bei feuchtem Erntewetter. Das Keimen
soll durch starkes Austrocknen des Saatgutes beschleunigt werden.
Die Vorkeimung für das Einsäen in die Saatbeete muß in
Java bei den meisten frühreifen Sorten nach zwei Tagen abgebrochen
werden, da sonst die Wurzeln der nebeneinanderliegenden
Körner durcheinanderwachsen. Die Keimschnelligkeit ist
von der das Korn umgebenden Temperatur abhängig. Versuche
mit verschiedenen Rassen der Philippinen haben ergeben,
daß Reis bei einer Bodentemperatur von 32 °—36° C in
2—3 Tagen, bei 28°C in 4 Tagen, bei 24°C in 4—5 Tagen,
bei 20° und 40°C in 5—6 Tagen, bei 16°C in 8—14 Tagen
keimt. Bei den an der Polargrenze der Reiskultur wachsenden
Varietäten liegt natürlich die Mindesttemperatur, bei der die
Keimung noch stattfindet, tiefer (10°—12° C). In feuchtem
Boden geht die Keimung besser vonstatten als unter Wasser.
Das Licht hat keinen Einfluß auf sie. Unter ungünstigen Bedingungen,
besonders feucht und dumpfig, aufbewahrte Saat
büßt leicht an Keimkraft ein (43, S. 7—9).
Der wilde Reis, der meist begrannt ist, unterscheidet sich
vom Kulturreise dadurch, daß die reifen Ährchen abfallen.
Diese Urform des Reises oder aus dem Kulturreis in die Wildform
zurückgeschlagene Rassen haben sich vielfach in die Reisfelder
eingeschlichen und bedrohen stellenweise die Reiskultur
ernstlich, da sie selbst bei ausgebildeter Rispe noch nicht zu
erkennen sind, also nicht rechtzeitig ausgerottet werden können.
Da die Samen der wild gesammelten Reispflanzen wie die aller
andern wilden Oryzaarten stets braun sind, so kann man wohl
schließen, daß der Reis das weiße Korn erst in der Kultur erworben
hat.