Full text: Reis

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erleichtern und die Trockenlegung des Feldes beschleunigen 
helfen. Beim Einlassen des Wassers fließt dieses zunächst durch 
das Netzwerk der Gräben und tritt aus diesen dann gleichmäßig 
auf alle Teile des Feldes über. Beim Entwässern verbindet man 
einen oder mehrere der Gräben mit dem Ableitungskanal, und 
das ganze Feld wird wiederum sehr gleichmäßig entwässert (82, 
S. 150). 
Das Pflügen, Eggen und sonstige Zerkleinern der Erdklumpen 
wird entweder im trocknen oder im überschwemmten Zustande 
der Felder vorgenommen. In Italien pflügt und eggt man trocken, 
weil der Boden nicht besonders schwer und zur Zeit des Ackerns 
— November, Dezember —- ziemlich feucht ist. In den Süd- 
staaten wendet man das Naßpflügen auf schwer zu bearbeitenden 
Böden an, z. B. den „Buckshot‘“-Tonböden; ferner bei starker 
Austrocknung eines Bodens, wie sie manchmal in der Periode 
nach dem Brachliegen der Felder eintritt (123, S. 637). 
Das feuchte Tropenklima, z. B. Javas, das den Unkrautf- 
wuchs sehr fördert, macht die nasse Bearbeitung der Reisfelder 
nötig, besonders auf schwerem Boden. Nach der auf die Ernte 
folgenden, oft nur einen Monat dauernden Brache überflutet 
man das Feld kurze Zeit, bis es gut durchfeuchtet ist, läßt dann 
das Wasser zum größten Teil ablaufen und hackt oder pflügt. 
Bei dieser ersten Bearbeitung wird der Boden nur in grobe 
Schollen zerlegt und nicht weiter zerkleinert. Dann wird der 
Sawah zum zweiten Male unter Wasser gesetzt und unter be- 
ständiger Wasserzufuhr gehalten. Dadurch wird die bereits 
begonnene Verwesung der Pflanzenstoffe im Boden weiter ge- 
fördert und vermag in größere Tiefe vorzudringen. Nach etwa 
8—10 Tagen wird zum zweitenmal, schräg gegen die erste 
Furchenrichtung, gepflügt, wobei die von den Sawahdämmen in- 
zwischen abgehackte Unkrautdecke in den Boden kommt. Jetzt 
folgt nochmal eine einwöchige Überflutung, die den weiteren 
Zerfall der festen Erdschollen und die gänzliche Verwesung 
der noch vorhandenen Pflanzenreste herbeiführt. Einige Tage 
später beginnt man, ohne das Wasser vorher abzulassen, den 
Sawah zu eggen. Dies geschieht meist nur einmal, bei klumpigem
	        
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