Entwicklung der forstlichen Rentabilitätslehre. 07
rungen über das Wertzunahmeprozent des Holzbestandes,
das Wertzuna hm e pr o zent von Wal dgrundstücen
und die Bo denrente anstelle. Insbesondere gibt er einen
durchaus einwandfreien Ansatz für die forstliche Rentabilitätsrechnung:
„Reine Werts zuna h me vom Bo den und Bestande zusammen.
Diese ergibt sich, wenn man von der rohen Bestandeswertszunahme
ohne weiteres die Waldnutzungskosten abzieht und den Rest
als Kapitalabwurf des gesamten Boden- und Bestandeswertes anrechnet!).“
Die scharfe mathematische Durchbildung der forstlichen Rentabilitätsrechnung
erfolgte durch die Begründer der Bo d enr einertrag sle
hr e, in erster Linie durch Pr e ß l e r, dann auch durch Jude i ch
und Gu st a v H e y e r. Im Gegensatz zu dem von König ausgesprochenen
Gedanken, und weiterbauend auf Pfeils Anschauung vom nackten Boden
als Grundlage der Jorstwirtschaft, sahen diese die Bo d e nr ent e oder
den Bo d enr einertr ag als ,„höchsten, reinsten und maßgeblichsten
Ausdruck des forstwirtschaftlichen Nutzeffekts anz)“. Ihr Wirtschaftsziel war
der maximale Bodenreinertr ag, das wichtigste Mittel, ihn
zu gewinnen, die finanzielle Umtriebsz eit, das ist die Umtriebszeit
des rechnungsmäßig höchsten Bodenreinertrages. Die Forstwissenschaft
der Folgezeit hat sich die zuerst vielbekämpften Forderungen
der Bodenreinertragslehre mehr und mehr zu eigen gemacht, so daß
schließlich der Begriff der Bodenreinertragslehre im weiteren Sinne so
qut wie gleichbedeutend mit dem der faorstlichen Rentabilitätslehre
geworden ist.
Schon Pr eßler hat übrigens sehr richtig erkannt, daß die
Rentabilität des forstlichen Betriebes nicht allein von der gewählten
Umtriebszeit, sondern auch von der Art der Durchforstung, Bestandesbegründung
und Verwertung der Forsterzeugnisse abhängig ists).
In Anwendung der von Preßler aufgestellten Theorien legte
Ju d e i ch in seinem Lehrbuch der Jorsteinrichtung:), unter Verzicht auf
die in den Fachwerksmethoden geübte mechanische Verteilung der
Nutzungen, seiner Bestimmung der Hiebsreife der Holzbestände die
finanzielle Umtriebszeit zugrunde.
Und endlich Gu st a v Heyer lehrte in dem (allein erschienenen)
1) Daselbst, S. 431.
?) Max Rob. Preßler, Forstliches Hülfsbuch, Dresden 1869, S. 235.
Erz q; Nor k Preßler, Der Rationelle Waldwirt, Dresden 1859, 2. Buch,
©) Friedrich Judeich, Die Forssteinrichtung, Leipzig 1871.
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