Vorausgesetzt, daß jene eben von Dauer und nicht nur auf
vorübergehende einmalige Konjunkturschwankungen oder
auf die bekannten aus der Dynamik des Wirtschaftslebens
verständlichen periodischen Schwankungen zurückzuführen
ist, d. h. nämlich, soweit nicht auch hier niedrigere Arbeitslöhne
notwendig werden. Diese Bewegung würde — wenigstens
grundsätzlich — erst zum Stillstande zu kommen vermögen,
wenn infolge des gesunkenen Lohnsatzes die Nachfrage nach
Arbeit auf */3 O gestiegen wäre und sich Angebot und Nachfrage
somit wieder im Gleichgewicht befänden.
Wieso könnte es dazu kommen und wann wäre das in
unserem Beispiele der Fall?
Wie wir gesehen haben, ist das Verhalten der Nachfrage
auf dem Arbeitsmarkte abhängig von den Verhältnissen
auf dem Produktmarkte, auf dem die Nachfrage der Konsumenten
bei einem gegebenen Preise die Größe des Güterumsatzes
und damit das Ausmaß der Produktion bezw. der
Verwendungsmöglichkeit von Arbeit bestimmt. Unser Arbeitsmarkt
wird somit für */3 O an Arbeit erst aufnahmsfähig sein,
wenn infolge einer Preissenkung der Produkte die Nachfrage
nach diesen in gleichem Maße zugenommen hat.
Da wir nun die geschilderte Situation zunächst nur
soweit zu untersuchen haben, als sie eine dauernde ist,
und hier nur über Arbeitslosigkeit als chronisches Übel
gehandelt werden soll, wird in Ansehung der damit anzunehmenden
Stabilität der allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse
eine solche Preissenkung der Produkte nur eintreten,
insoweit die früher erwähnte Bewegung der Senkung
des Lohnsatzes die Kosten der Herstellung eines Produktes
mindert.*)
9) In diesem Zusammenhange könnte die Frage diskutabel erscheinen,
ob nicht die Höhe der Nachfrage selbst durch Lohnsenkungen bezw. Steigerungen
in der Weise variiert würde, daß Lohnsteigerungen eine derartige
Vermehrung der nachfragenden Kaufkraft und Lohnsenkungen eine
derartige Verminderung an solcher bewirkten, daß in beiden Fällen der
veränderten Preislage eine dementsprechend veränderte Kaufkraft der
Nachfrage mit dem Erfolge gegenüberstünde, daß sich im einen wie im
anderen Falle der alte Umsatz und damit die Verwendungsmöglichkeit
von Arbeit in dem alten Ausmaße ergebe. Conrad nimmt in dem in der
Vorrede zitierten Artıkel („Der österr. Volkswirt“, Nr. 44, S. 1218 £) mit
Recht gegen eine derartige Argumentation Philippvichs Stellung. Zu
dieser Frage möchte ich folgendes bemerken:
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