haben, haben ein nennenswertes Ergebnis nicht gezeitigt.
Die Engländer haben sich der deutschen Auffassung, gerade
Deutschland werde durch die neuen Zölle besonders schwer
betroffen, nicht angeschlossen und sich nur bereit gefunden,
gewisse, für den Handelsverkehr nicht ausschlaggebende Kr-
leichterungen in der Durchführung der Zollbestimmungen
und der technischen Handhabung der Zollabfertigung zu-
zulassen.
Mit der Tschechoslowakei stehen wir in einem Meistbegünsti-
gungsverhältnis. Gleichwohl klagen unsere Firmen vielfach
über willkürliche Verzollung und hohe Zölle. Für Erzeugnisse
der Kleineisen- und Messingwarenbranche sind die Zölle plötz-
lich erhöht worden, und zwar für gewisse Messingwaren von
Kr. 8.— auf Kr. 30.— für 1 kg, was jeden weiteren Export un-
möglich machen würde. Es ist im Augenblick noch nicht be-
kannt, welche Ursachen der Zollerhöhung zugrunde liegen.
In der Maschinenindustrie liegen fortwährend sehr ernst-
hafte Anfragen aus der Tschechoslowakei vor. Die dort
ansässigen Firmen möchten gerne elektrische Ballenpressen
kaufen. Die deutsche Industrie könnte allein mit den Auf-
trägen aus der Tschechoslowakei eine Zeitlang viele Arbeiter
beschäftigen. In den meisten Fällen’ scheitern die Aufträge
nun schon seit nahezu 2 Jahren immer wieder an der Höhe
des Einfuhrzolles. Eine Maschine zum Preise von rund RM. 2000
kostet bei einem Gewichte von 1700 kg bei der Einfuhr nach
der Tschechoslowakei 750 RM. Zoll. Das sind fast 40% d. W.
Die Erzeugnisse der Britannia-Metallwarenindustrie sind in der
Tschechoslowakei mit außerordentlich hohen Zöllen belegt.
Der Zoll beträgt für Menagen ca. 55—60% d. W., für Ganz-
metallartikel 55—60% d. W., für Britannia-Bestecke 20—25%
d. W. und für Eisenblechbestecke 45—50% d. W. Die Zoll-
sätze für Menagen und Ganzmetallartikel sind auf Grund des
tschechischen. Zolltarifs, Pos. 514b, errechnet mit Kr. 13.60 per
100 kg, obschon in der Praxis dieser Satz zum Teil nicht an-
gewandt, sondern noch mehr Zoll verlangt wurde. Die Fahr-
radindustrie ist am Export von Fahrradteilen nach der Tschecho-
slowakei lebhaft interessiert. Gerade gegenwärtig können von
dort günstige und umfangreiche Aufträge hereingeholt werden.
Die Exportmöglichkeit wird jedoch durch die eigenartige Aus-
legung, die die tschechischen. Zollbehörden der in Betracht
kommenden Zolltarifposition geben, fast völlig unterbunden.
Der Zollsatz liegt etwa 30% über dem Verkaufspreis der Ware.
Schritte, die Kunden in der Tschechoslowakei beim dortigen
Finanzministerium zur Änderung dieses unhaltbaren Zustandes
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