Kap. VIII. Der Arbeitslohn.
welche, außer von der Menge der Arbeiter, auch von anderen auf ihres
Seite wirksamen Faktoren bestimmt wird.
_Die Nutzungen der dauerhaften Güter können wir bei der Behand-
Jung des allgemeinen Preisbildungsprozesses deshalb. nicht als primäre
roduktionsfaktoren auffassen, weil sie sich auf die dauerhaften Güter
selbst und auf die zu ihrer Ausnutzung nötige Kapitaldisposition,
die dauerhaften Güter selbst sich wiederum auf die zu ihrer Herstellung
nötigen Produktionsmittel zurückführen lassen. ‘Dieser Zusammenhang
ist wesentlich wirtschaftlicher Art und bildet einen notwendigen Teil
des Preisbildungsprozesses. In bezug auf das Verhältnis zwischen Arbeit
nd Arbeiter liegt die Sache anders. Der Zusammenhang zwischen
Menge der Arbeitsleistungen und Menge der Arbeiter ist nicht rein wirt
chaftlicher Natur, und der Arbeiter selbst kann nicht lediglich als das
rgebnis eines wirtschaftlichen Produktionsprozesses betrachtet werden
ie Arbeit kann und muß deshalb in einer ersten Behandlung des Preis-
ildungsproblems als primärer Produktionsfaktor aufgefaßt werden,
wobei dann die Quantitäten der dargebotenen Arbeit verschiedener Ar
als objektiv gegebene Elemente des Preisbildungsprozesses gedacht
erden müssen. Es bleibt dann allerdings übrig, eine solche Theorie
durch ein Studium der allgemeinen Faktoren zu vervollständigen,
welche die Quantität der Arbeit mit der Zahl der Arbeiter verbinden
der die Menge der Arbeiter selbst bestimmen. Dabei wird sich auch
Gelegenheit bieten, die eventuelle Einwirkung der Lohnhöhe selbst auf
as Angebot von Arbeit und Arbeitern zu untersuchen. Wir haben also
jer unseren gewöhnlichen Weg zu gehen: im ersten Stadium unsere
ehandlung des Preisbildungsprozesses für einen gewissen Produktions-,
aktor die Quantität desselben als gegeben vorauszusetzen, dann aber
die Faktoren, die diese Quantität beeinflussen, darunter eventuell auch
den Preis des Produktionsfaktors selbst, zu untersuchen und ihre Be-
deutung für die Preisbildung festzustellen. }
Wenn die Arbeit als Produktionsfaktor am Preisbildungsprozeß teil-
immt, muß sie quantitativ gemessen werden, und es muß für die
essung der Leistung des Arbeiters eine gewisse Einheit gewählt werden
In der Güterproduktion im engeren Sinne des Wortes ist diese Ein-
heit meistens eine bestimmte Produktionsleistung, z. B. das Graben
eines 1 Meter langen Grabens, das Weben 1 Meter Stoffes, das Setzen
einer Zeile in einer Druckerei, das Einmauern eines Ziegels usw. Die
eistungseinheit kann aber auch oft nur als eine bestimmte Dienstzeit
ngegeben werden. Dies gilt z. B. im allgemeinen bei der Wachehaltung,
ei Überwachung anderer Arbeiter, meistens bei Arbeit im Dienste des
ransportwesens usw. In diesem zweiten Falle wird der Lohn natürlich
ach Dienstzeit, also nach Stunden, Tagen, Monaten oder Jahren be-
messen und ist demnach ein Zeitlohn. Im ersten Falle, wo die Eeisting
einheit eine bestimmte Produktionsleistung ist, kann der Lohn als
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