2 Kap. I. Die Wirtschaft im allgemeinen.
Eigenschaften bei der Anwendung unverändert bleibt, und folglich die
genannte Aufgabe mit Bezug auf den Boden nicht vorliegt.
Der Produktionsprozeß reicht nach unserer Begriffsbestimmung
(8 1) bis dahin, wo die unmittelbä® Bedürfnisbefriedigung beginnt.
Demgemäß hat man also zu bestimmen, welche dauerhaften Güter
als im Produktionsprozeß befindlich angesehen werden sollen. Zu
dieser Kategorie gehören in erster Linie alle Werkzeuge, Maschinen
und Gebäude, die in der Produktion Verwendung finden; ferner Schiffe
und Transportanlagen, Beleuchtungs- und Fernsprechanlagen usw., also
dauerhafte Güter, die in der Produktion mitwirken, ohne Rücksicht
darauf, ob sie der Herstellung materieller Güter dienen oder Dienste
für die unmittelbare Bedürfnisbefriedigung liefern, schließlich auch
Wohnhäuser und ähnliche, der unmittelbaren Bedürfnisbefriedigung
dienende dauerhafte Güter; nicht aber persönliches Eigentum, wie
Kleider u. dgl. (vgl. 8 7):
Damit dürfte die Begrenzung des Begriffs der „dauerhaften Güter,
die sich im Produktionsprozeß befinden‘‘, mit genügender Schärfe be-
stimmt sein. Wenn wir von diesen den Grund und Boden ausscheiden,
wird der Rest von den produzierten dauerhaften Gütern im Produktions-
prozeß dargestellt. Diese Güter wollen wir als festes Realkapital
bezeichnen.
Die zunächst vorliegende Frage lautet also jetzt so: wie wird das
feste Realkapital in der stationären Wirtschaft durch den Produktions-
prozeß unverändert erhalten? Die dauerhaften Güter, aus denen das
feste Realkapital besteht, sind zum weitaus größten Teile einer mehr
oder weniger schnellen Abnutzung unterworfen. Diese Abnutzung wird
wohl durch angemessene Unterhaltung der Güter etwas verlangsamt,
man kann aber meistens nicht verhindern, daß die Güter allmählich
vollständig abgenutzt werden und also ihre wirtschaftlichen Aufgaben
nicht länger erfüllen können. Sie scheiden dann aus dem Vorrat der
dauerhaften Güter aus, werden wie alte Häuser abgebrochen oder wie
untaugliche Maschinen auf den Schrotthaufen geworfen. Soll nun der
Vorrat solcher Güter unverändert erhalten bleiben, so müssen offenbar
neue Güter derselben Art immer wieder produziert werden, und zwar
in der stationären Wirtschaft in demselben Tempo wie die abgenutzten
ausgemustert werden. Denken wir uns z. B., daß in einer geschlossenen
Wirtschaft die Wohnhäuser alle von demselben Typus sind, daß sie je
hundert Jahre dauern, und daß der Vorrat von Wohnhäusern durch
Neubauten immer auf gleicher Höhe erhalten wird! Wir können dann
in dieser stationären Wirtschaft in einem gegebenen Augenblick eine
Gruppe von hundert Häusern ins Auge fassen, von denen das älteste
hundert Jahre alt und also eben zum Abbrechen reif ist, das jüngste im
letzten Jahre gebaut ist, die übrigen alle Altersklassen dazwischen ver-
treten. Diese Gruppe von Häusern wird durch den Produktionsprozeß
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