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und es wurde spät, ehe alle versammelt waren. War die Vereinba-
rung in Call [dort wurde der gemeinsame Einkauf beschlossen] recht
schwer zustande gebracht worden, so stellten die verschiedenen auf
die Lage der Werke gegründeten Ansprüche der einzelnen Hütten-
meister der Vereinigung über die Verteilung noch viel mehr Schwie-
rigkeiten entgegen. Durch die sehr geschickte Leitung der Verhand-
lung durch den Vorsitzenden kam diesselbe indessen glücklich zu-
stande, und das (zelingen wurde durch einen frischen, fröhlichen
Trunk gefeiert.“ Der Verf. meint dazu: „Es würde das Zusammen-
treten der Hüttenmeister zu einem gemeinschaftlichen Unternehmen
und namentlich die Verteilung des gemeinschaftlich angekauften
Holzes vielleicht unmöglich gewesen sein, wenn sie nicht noch unter
dem Banne des alten Zunftgeistes gestanden und sich den Anord-
nungen eines Zunftmeisters als gegliederte Korporation bereitwillig
unterworfen hätten“?).
Auch gegenüber den Häuteauktionen hat es mehrfach Be-
strebungen gegeben, die Konkurrenz unter den einzelnen Auktions-
käufern dadurch auszuschalten, daß irgend jemand für sie gemein-
schaftlich den Einkauf erledigt?). Allerdings treten gerade hier
besondere Schwierigkeiten auf, wie die nachfolgenden Äußerungen
aus der Zeitschrift „Die Lederindustrie“ (Ausgabe vom ı3. September
1913) beweisen. Dort heißt es: „Wenn man die Auktionsberichte
durchliest, dann fällt etwas auf: ganz neue Namen sieht man in den
Käuferlisten. Zweifellos hat sich also die Zahl der Käufer auf
den Auktionen vermehrt. Es ist eine gegenüber den Dispositionen
der Verkäufer völlig konträre Entwicklung zu beobachten. Die
Häuteverwertungen verfolgen die sehr kluge Taktik, kleine Auktions-
plätze in verlorenen Winkeln zu beseitigen. Man weiß ganz genau,
daß dort nur wenige Käufer hinkommen, und daß dadurch natur-
gemäß die Preise nicht so hoch sein können als auf den größeren
zentral gelegenen Plätzen, wo der Wettbewerb der in großer Zahl
zusammenströmenden Käufer ein viel schärferer ist. Die Käufer
gehen also — vielleicht unbewußt — einen ganz anderen Weg als
die Verkäufer. Man schickt neue Agenten auf die Auktionen, da
es, wie man so oft fälschlich annimmt, ja ein „Kinderspiel“ sei, ein
„paar Lose zu erstehen“. Zweifellos könnte doch eine Konzentration
zahlreicher Reflektanten auf eine kleine Anzahl von Käufern ohne
Verletzung der Interessen der Industrie dazu führen, wenigstens
Stahl und Eisen, 1888, S.ı42.
*) Vgl. Fritz Adler, Die Entwicklung des deutschen Häutemarktes. Karls-
ruhe 1913. S. 68, 69f., oı
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