Es wurde schon darauf hingewiesen, daß die belgische Landwirtschaft vorwiegend intensive Kleinwirt-
schaft ist. Der Gartenbau spielt in ihr eine Rolle wie kaum in einem anderen europäischen Lande. Er
dient nicht nur der Selbstversorgung Belgiens, sondern ermöglicht auch einen beachtenswerten Export.
Die belgische Regierung hat ein besonderes Gartenbauamt (Office Horticole) geschaffen, von dem eine
Reihe von Maßnahmen zur Förderung dieses für die belgische Volkswirtschaft so wichtigen Produktions-
zweiges ausgehen. Die aus dem Etat erkenntlichen Ausgaben auf dem Gebiete des Gartenbaues sind
folgende: 1918 1925
Original- Vorkriegs-
ziffern. kaufkraft
in 1.000 fr,
Gartenbauinspektion ...............00000000000000000 00 288 218 41
Subventionen zur Förderung der Blumenzucht in Gent (bzw.
Förderung des Gartenbaues) u... 0.04. 50 139 26
Gartenbauversuchsfeldet‘ 1. ee. 58 SR iO
Verschiedenes rin TEE er | 47 -_
Insgesamt A 178 az
Außerdem muß in diesem Zusammenhang auf die unter dem Abschnitt »Fachschulen« behandelten
staatlichen Gartenbauschulen hingewiesen werden.
Das Meliorationswesen liegt in den Händen des Service de U’H ydraulique Agricole, dessen Kosten sich
1913 auf 155 000 fr., 1925 auf 989 000 fr. (187 000 fr. Vorkriegskaufkraft) beliefen.
3. Viehzucht.
Man kann die belgische Viehzucht als den Träger der gesamten belgischen Landwirtschaft bezeichnen.
Neben der Rindvieh-, Schweine- und Geflügelzucht ist in erster Linie die hochstehende Pferdezucht zu
erwähnen. Die auf die Flächeneinheit entfallende Pferdezahl ist in Belgien größer als in den anderen
bearbeiteten Ländern.
Von den Staatsausgaben, die mittelbar oder unmittelbar der belgischen Viehzucht zugute kommen,
konnten folgende Posten aus den beiden bearbeiteten Etats abgesondert werden:
1913 1925
Original- Vorkriegs-
ziffern kaufkraft
1. Förderung der Viehzucht: in 1000 fr.
Viehzuchtsachverständige (Conseillers de Zootechnique) _— 104 20
Staatszuschüsse und Prämien an Viehzuchtvereine ... 326 845 159
Überweisungen an die Provinzen zur Förderung der Vieh-
ZT 600 676 128
Staatszuschüsse zu den Kosten von Viehzuchtkonferenzen - 13 2
Zuschüsse an Gegenseitigkeitsvereine zur Versicherung
von Pferden und Rindern... RE 555 507 96
Veterinärwesen:
Tierärztliche Aufsichtsbehörden ..................... 209 1.066 201
Entschädigungen an Landwirte für Vieh, das auf Grund
der Bestimmungen der Viehseuchenpolizei getötet
N a rn 1 481 335 63
Aufwendungen zur Vorbeugung gegen Viehseuchen.... — 1 145 216
Prämien zur Förderung der Stallhygiene............, 70 45 8
Insgesamt .... 3 241 4 736 893
4. Fischerei.
Der Fischerei sind in Belgien durch die geringe Ausdehnung der Küste ziemlich enge Grenzen gezogen,
Immerhin waren 1910 8966 Personen im Fischereigewerbe tätig. Es wird in der Hauptsache Herings- und
Kabeljaufang betrieben. Der Weltkrieg hatte den Fahrzeugbestand wesentlich vermindert, jedoch nähert
sich die Zahl der Fischereifahrzeuge von Jahr zu Jahr den Vorkriegsziffern. In qualitativer Hinsicht ist
die Ausrüstung der heutigen belgischen Seefischerei derjenigen der Vorkriegszeit weit überlegen. Die
tolgenden Daten geben ein Bild von der Lage und dem Umfang des belgischen Fischereigewerbes:
1913 1923
Wert der Fänge der Seefischerei in 1.000 fr. (bzw. Papierfrancs)......... 6 545 33 241
Fischereifahrzeuge, ANTaE. er rt ra a a 453 359
» ‚Te En 8 603 8 452
Besatzung der FischereifahrZeige rer eher REKEN er 1 886 1.645
34.8