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zrbaute Chaufjfee Kowno—Ianow— Wilfomir—Dünaburg, die Litauen
in 200 km Länge durchquert. Im Süden feien die Chauffeen Wilna—
Wabalninfen und Wilna—SchHirwind genannt.
Neben den Chauffeen erwähnt die rufjijdhe Statijtit nod Kies»
wege in bedeutender Länge. In Ddiefe Jind jedohH aud) die gewöhn-
fiden Landwege mit einge[Hloffen, die nur jelten ohne Schwierig:
feiten befahrbar find. Brüden fehlen vielfad) oder [ind zerfallen. Die
wictigeren diejer Land- und Pojtwege wurden zu ruflijder Zeit von
den Beligern der anliegenden Ort{Haften inftand gehalten. Die Länge
ber zu unterhaltenden Wegijtrede richtete ih nad) der Größe des Be-
jißtums und wurde durch numerierte Steine längs der Strake be
zeidhnet. Bei dem Zujtand diejer Wege, von dem lid ein Nidtkenner
feinen Begriff madjen kann, war der Erfolg einer [oldhen „Ausbelfe
rung‘ jedod) eher negativ als poljitiv. Im Winter liegen die BVBer-
hältnijje wefjentlid) günftiger.
Einen gewijfen AWusgleid für die troftlofen Wegeverhältnijje bies
ten die zahlreiden Wafferverbindungen, die in Litauen nod
günitiger find als in dem fonjt aud) gut geitellten Rußland. Für die
Injtandhaltung ijft no wenig getan. Der einzige [Oiffbare FIuk
Litauens, die Memel, weijt — im SGegenjag zur Kegulierung auf
deutjder Seite — von Kowno bis zur Grenze nod) jtarfe Verjan-
dungen und Steinrifje auf, ijt aber aud bei niedrigjtem Wallerjtande
für Ladetiefen bis ein Meter (Lafjtfähne bis 300 %) befahrbar. Der
Kownver Memelhafen wurde während des Krieges von Deut/hland
aus Landesmitteln gefhaffen. Eine Fahrrinne von 1,50 m wäre für
die Memel leicht zu Ihaffen. Das gleidhe gilt von der Wilija. Nod
günftiger liegen die Verhältnijje bei-der Nevejdha, die eine Durd-
|Onittstiefe von drei Meter hat, fomit von groken Schiffen befahren
werben fann.
Die übrigen Walferftraken Icmmen fajt fämtlidH mur für die
lökerei in Frage, für die im Frühling übrigens jeder Bad ausgenußt
Mirb.
Kanäle gibt es im eigentliHen Litauen nit, Für den Jitaui[dhen
Handel von Wichtigkeit ijt jedod der Augujtow-Kanal (200 km),
zine teils fün[tlide teils natürlide Wafjerftrake zwi[den Bobr—Narew
und der Memel. Der Kanal ift 1825—1837 erbaut mit 11,5 Meter
Sohlenbreite und 20 Meter Spiegelbreite bei voller Füllung auf 1,43
Meter Tiefe, Grohe Weicjelfähne (mit über 40 Meter Länge und
über ein Meter Tiefgang) Können jedohH nur im Frühjahr und Herbit
auf den an den Kanal anjhliekenden Flukijtreden fahren, Benugt wird
er meift von Heinen Barfen von 40—70 t für den Getreidetransport
DDR der Memel nad Marighau.