Full text : Finanzwissenschaft

4. Buch. V. Teil. Die Steuern.
ordentlichen Mobilisierungsschwierigkeiten bei der Durchführung der
Einmaligen hervor; kolossale Summen wechseln ihren Platz, inde
der Staat die Kriegsanlehen einzieht, was von Seite der Einzelnen
die Inverkehrsetzung von kolossalen Summen an Geld, an Wertpapiermengen,
 an Forderungen in landwirtschaftlichen und Kapitalgütern
 notwendig macht. Auch weist Dietzel darauf hin, daß
roße Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten unvermeidlich sind,
da diejenigen, die die Steuer zu tragen haben, zu ungleichen Bedingungen
 Anlehen aufnehmen und von Gütern verschiedenen Er
rags sich lossagen müssen. Auch die außerordentliche Schwierigkeit
 der Veranlagung kann nicht außer acht bleiben, da ja die
rfahrung bei der minimalen Ergänzungssteuer dies zur Genüg
beweist. Darum meint Dietzel, daß vor allererst eine gründliche
Reform der Veranlagung Platz greifen müßte. Kin Fehler der Einmaligen
 liegt auch darin, daß sie natürlich die später folgenden
eränderungen im Vermögen nicht in Betracht zieht. Unüber
windliche Schwierigkeiten verursacht der Geldwert und die Preise
Bei Inflation sind die Preise aller Gegenstände widersinnig hoch
die Habseligkeiten auch des Armsten repräsentieren demzufolge
ein ansehnliches Vermögen, das dementsprechend besteuert würde
während nach kurzer Zeit die phantastischen Preise verschwinden,
die Steuer aber bleibt. In dem Maße als sich der Geldwert erhöht,
 wächst die Steuer von Jahr zu Jahr.
„So mächtigen Reiz die Idee, den gordischen Knoten der
Finanznot mittels einer Kolossalabgabe zu zerhauen, auch ausübt
— dieser „schon öfters vorgeschlagene“, bisher niemals durchgeführte
 Plan ist auch diesmal wieder zu begraben. Schon fragwürdig
 vom Standpunkte volkswirtschaftlicher Zweckmäßigkeit
da sie, selbst wenn im Zeichen normaler Konjunktur vollzogen
ine Wirtschaftsstörung großen Stils zur Folge hätte — stellt sic
die Entschuldungsaktion vom Standpunkt steuerlicher Gerechtigkeit
als unbedingt verwerflich dar“ (Dietzel).
Von den Schriftstellern, die für die einmalige Vermögenssteuer
eintraten, ist an erster Stelle Ricardo zu nennen. Kr lehnt es
ab, die Kriegskosten durch Anlehen zu decken, deren jährlicher
Zinsendienst die Produktion sehr belasten und im Nachteil zur
ausländischen Produktion bringen würde, und empfiehlt die einalige
 Vermögenssteuer. Dieser Standpunkt fließt schon aus der
rfahrung und Ansicht Ricardo’s, daß die englische Institution
des Tilgungsfonds ganz ungeeignet ist, die Minderung und Abbürdung
 der Staatsschuld herbeizuführen. Ricardo tritt für di
einmalige Vermögenssteuer auch mit der Begründung ein, daß di

166
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.