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Um zu diesem‘ Hochofenbetriebe Zutritt zu erlangen,
von den Untersuchungen der Betriebsleitung, die vertrau-
lichen Charakter hatten, Gebrauch machen und eigene Be-
obachtungen anstellen zu dürfen, mußte der Verfasser sich
verpflichten, die konkreten Zahlen der Ergebnisse der Er-
hebungen nach Form und Inhalt nur so weit zum Ausdruck
bringen, als das Betriebsinteresse dadurch nicht geschädigt
werden konnte. Zur vollständigen Erkenntnis der Pro-
blematik war zwar eine umfangreichere Einsicht in die
betrieblichen Verhältnisse nötig, bei ihrer Darstellung
konnte jedoch der übernommenen Verpflichtung unbedenk-
lich Genüge geleistet werden. Infolgedessen wird über
Grundlagen und Gang der Erhebung nur so weit berichtet,
wie es die Behandlung der Problematik im Rahmen dieser
Arbeit_erfordert.
$ 4. Die örtlichen Verhältnisse des untersuchten Hoch-
ofenbetriebes.
Die Hochofenanlage setzt sich zusammen aus drei
Hochofeneinheiten, von denen je zwei unter Feuer stehen,
während der dritte Hochofen jeweils einer völligen Durch-
reparatur unterzogen oder von Grund aus neu aufgeführt
wird. Die Erze und der als Zuschlag erforderliche Kalk-
stein können aus einem in unmittelbarer Nähe befindlichen
Erzbergwerk und aus Kalksteinbrüchen gewonnen werden,
während der zur Verhüttung notwendige Koks bei Fehlen
eigener Kohlenbasis und Kokerei durch Kauf erworben
werden muß. Das Hauptprodukt dieses Hochofenbetriebes
besteht in Gießereiroheisen, während als Nebenproduktion
die Weiterverarbeitung von Schlacken zu Schlackensteinen
im Zementwerk sowie die Verwendung der Gichtgase zum
Antrieb der _Gaskraftmaschinen zu erwähnen ist.
Die zur Beschickung erforderlichen Arbeitsvorgänge
vollziehen sich in dieser Weise: Die KErzwagen werden
zunächst _vermittels einer Seilbahn direkt aus dem Berg-