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mit der Kinderzahl bei Fabrikarbeiterinnen nach den Erhebungen
von Frau Gnauck-Kühne, sv daß rinter Berücksichtigung all dieser
Umstände das Ergebnis ftir die Heimarbeit günstig ist. Selbstver
ständlich darf nicht übersehen werden, daß noch sehr stark andere Mo
mente mitsprechen, ja, Erwerbsar'beit der Mutter und Verwahr
losung der Jugendlichen einer Quelle, der ungünstigen Gesamt-
lage der Familie, entspringen. Unter sonst gleichen Umständen
finden sich aber Schädigungen des Familienlebens in viel stär
kerem Maße bei den den ganzen Tag außer dem Hause
tätigen Frauen. Wenn es aber auch nicht leicht zu
sagen ist, welchem dieser Umstände, den: Versagen des Vaters
oder der Berufstätigkeit der Mutter, wir den stärkeren Einfluß
zugestehen müssen, so ergibt sich doch aus dem bearbeiteten Material,
daß die Berufstätigkeit der Mutter die Kindererziehung in hohem
Maße beeinträchtigt, und zwar um so stärker, je länger sie die
Mutter von den Kindern fernhält.
Ist aber, und daran kann kein Zweifel obwalten, unter sonst
gleichen Umständen die Erziehung der Kinder bei häuslicher Be
rufstätigkeit der Mutter besser gesichert als bei außerhäuslicher,
so zwingen uns nicht nur wirtschaftliche, soüdern auch bevölkerungs
politische und ethische Gründe dazu, der Frage unsere äußerste Auf
merksamkeit zu schenken. Eine gesunde Heimarbeit kann wich
tige Aufgäben bei dem Wiederaufbau unserer Volkswirtschaft und
Volkskraft lösen; eine ungeregelte sich zu einem Krebsschaden
unseres Wirtschaftskörpers auswachsen. Die Erfahrung der letzten
Jähre weist uns mit voller Sicherheit und Klarheit den Weg, auf
dem das Ziel zu erreichen ist. Mögen sich die Persönlichkeiten
finden, die ihn zu beschveiten wagen!