physischer Intensität der Arbeitenden, sondern auf anderen
Ursachen.
Mit dieser Feststellung soll nicht gesagt sein, dass das Arbeits-
tempo sowohl in Deutschland wie in den Vereinigten Staaten, vom
Standpunkt einer das Opfimum erstrebenden Arbeitswissenschaft
oder unter dem Gesichtspunkt des Arbeitnehmers, das sei, was es
sein sollte oder sein dürfte. In Deutschland und auch in den Ver-
einigten Staaten wird ja die Wirtschaft nicht unter dem Gesichts-
punkt des Gemeinwohls, sondern nach dem Grundsatz des Privat-
proftits betrieben.
Wie schon erwähnt, gibt es noch eine andere Auffassung von der
Möglichkeit der quantitativen Steigerung der Arbeitsintensität. Man
denkt an die schnellere Bewegung der Maschinen und rechnet
damit, dass so der Maschinenarbeiter zur grösseren Quantitäts-
leistung gezwungen werde.
Nach unserer Auffassung ist auch das durchschnittliche Tempo
der Maschinen in der Produktion nicht beliebig veränderlich. Die
Maschine ist im Produktionsprozess nur ein Glied. Ebensowenig
wie sich am menschlichen Organismus die Hand oder irgendein
Sinnesorgan willkürlich verändern, aus den gegebenen Pro-
positionen bringen lässt, ebenso ist es ausgeschlossen, durch Hyper-
trophierung der Maschinerie an irgendeiner Stelle des Produktions-
prozesses (Beschleunigung des Tempos einer Maschine) das
Leistungsresultat des gesamten wirtschaftlichen Organismus zu
verändern. Die Tempi der Maschinen stehen in fester Beziehung
zum Grade der qualifizierten Organisation der Wirtschaft. Des-
wegen ist es auch falsch, anzunehmen, dass die Erfolge der ameri-
kanischen Wirtschaft im rasenden Tempo ihrer Maschinen lägen.
Das ungeheuerliche Tempo der amerikanischen Schnellzüge, der
Hochbahnen, Strassenbahnen, Automobile und nicht zuletzt der
Maschinen in den Fabriken ist eine der zum Axiom gewordenen Be-
hauptungen über die Neue Welt. Bei einer näheren Überprüfung
zeigt sich, dass in dieser allgemeinen Formulierung viele Irrtümer
enthalten sind.
Soweit es sich um die Überwindung grosser Entfernungen mit
Hilfe von Maschinen handelt, ist das Resultat in den Vereinigten
Staaten häufig günstiger als bei uns. Das liegt aber zu einem er-
heblichen Teil daran, dass die Voraussetzungen dafür vorhanden
sind. Im besonderen nach dem Westen der Vereinigten Staaten hin
werden die Stationen der Eisenbahnen ständig seltener, die Gleise
ziehen sich in gerader Linie durch das dünn besiedelte Gebiet. Dem-
gegenüber hat Deutschland kurvenreiche Eisenbahnstrecken, sich
häufende Stationen, die auch für die durchfahrenden Züge wegen
ihrer vervielfältigten Gleise und ihrer komplizierten Signalanlagen
die Geschwindigkeit herabdrücken.
cd