fullscreen: Finanzwissenschaft

F. V. Abschnitt. Kriegssteuern. 
527 
von mehr als 100000-200000 Mark 6,— Proz. 
„ „ 200000-500000 „ 
500000 
V. Abschnitt, 
Kriegssteuern. 
1. Es ist eine der lehrreichsten Tatsachen des volkswirtschaft 
lichen Lebens, daß die großen Zerstörungen und Opfer des Krieges 
nicht immer in einer großen Abnahme der Steuerfähigkeit der 
Bevölkerung der kriegführenden Staaten zum Ausdruck kommen. 
So weist Hock 1 ) darauf hin, daß im Sezessionskriege das Volk der 
Vereinigten Staaten „die mannigfachsten, im Ausmaß und in der 
Art der Erhebung lästigsten Steuern und eine Staatsschuld auf 
sich nahm die jedes Jahr um viele Hunderte von Millionen Dollars 
sich vermehrend, in Kürze bis hart an die durch Jahrhunderte her 
aufgehäufte Staatsschuld des reichen Englands hinanzusteigen ver 
hieß und, was noch mehr war, jene Steuern wurden willig getragen, 
jene’Anlehen fast ausschließend von dem Lande selbst gegeben 
und dabei stieg mitten unter einem langwierigen, blutigen, Jahre 
hindurch unglücklich geführten Bürgerkriege der Wohlstand des 
Volkes auf unerhörte Weise“. Auch Eheberg 2 ) erinnert daran, 
daß in England in den weitaus meisten Fällen während der Kriege 
so viel und häufig noch mehr verdient worden ist als in Friedens 
zeiten. Namentlich zeigt sich diese Erscheinung in jenen Fällen 
wo das Gebiet der kriegführenden Staaten vom Kriege verschont 
bleibt. Auch bei dem — nach Ort, Zeit, Methode — in den kolossalster! 
Dimensionen entbrannten Weltkrieg können wir bezüglich der wirt 
schaftlichen Kraft und der Steuerfähigkeit viel günstige Momente 
konstatieren. Von den an das Fabelhafte grenzenden Milharden- 
summen der Kriegsaniehen und trotz derselben sehen wir eine 
großartige Zunahme der Spareinlagen, eine fast allgemeine Kapitals 
erhöhung der Aktiengesellschaften, eine riesige Steigerung der 
Boden- und Gebäudepreise, Sinken des Kapitalzinses, geringe In 
anspruchnahme des Kredits, ja allgemeine Rückzahlung von Privat- 
schulden, fabelhaft hohen Arbeitslohn, dabei einen wahnsinnigen 
') A. a. O. (Vorwort). 
-) Die Kriegssteuern (Leipzig 1916), 8. 14.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.