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der Forstwirtschaftslehre verloren gegangen infolge eines
Streites um Prinzipien, die doch niemand in die rauhe Wirk-
lichkeit umzusetzen den Mut hatte.
Diese Hinweise auf die Bedeutung der vergleichenden
Betriebswirtschaftslehre für die allgemeinen Probleme mögen
schließlich noch durch einige Beispiele aus dem Gebiete der
Einzelfragen ergänzt werden.
Das Problem des industriellen Beschäftigungsgrades
z. B. findet seine Parallele im landwirtschaftlichen Boden-
gesetz und — wenn auch abgeschwächter — in der finan-
ziellen Umtriebszeit des Waldbaues.
Die Frage des optimalen Betriebssystems, d. h. des
günstigsten Wirkungsverhältnisses aller Betriebsfaktoren, ist
in der Landwirtschaftslehre hervorragend bearbeitet worden
und findet sich in der kaufmännischen und forstlichen Be-
triebslehre wieder. Das Gleiche gilt für die Frage des
außerbetrieblichen Einflusses auf die Rentabilitätsgestaltung.
Die Frage, wo die Grenze zwischen Geld- und Natural-
oder Materialrechnung liegt, beschäftigt ebenfalls alle Be-
triebslehren und ist in den erstgenannten Betriebslehren gut
vorgearbeitet; desgleichen die Frage nach den möglichen
Beziehungsgrundlagen des Gewinnes.
Das Problem der Etats oder Voranschläge ist wie-
derum altes, schon durch die Kameralisten gepflegtes Erb-
gut der Land- und Forstwirtschaftslehre und beginnt jetzt
in die kaufmännischen Großbetriebe einzudringen. Ebenso
ist dort der Betriebsvergleich vorgebildet, und über das
Wesen absolut und nur relativ richtiger Betriebszahlen fin-
den sich z. B. in Ostwalds Forstschriften geradezu klassi-
sche Ausführungen.
Auch über die Frage des Bewertungsproblems, der Ver-
rechnungspreise in der Betriebsrechnung und des Goodwills
oder Firmenwertes liefert die landwirtschaftliche Betriebs-
lehre ausgezeichnetes Vergleichsmaterial, desgleichen über
die Personalwirtschaft, insbesondere über das Entlöhnungs-
problem.