Object: Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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das Bergregal für eine Anmaßung oder ein Mißverständnis. Die Berg 
baufreiheit ist ihnen endlich kein neben dem Bergregale hergehendes 
Rechtsinstitut, sondern lediglich dessen Folge. Die Bergbaufreiheit 
beruht ihrer Ansicht nach allein auf dem Willen des Regalinhabers: 
sie ist von diesem „in Kraft des Regals“ erklärt 1 . 
Auf dem nämlichen Standpunkte wie die deutschen Juristen des 
achtzehnten Jahrhunderts steht die überwiegende Mehrzahl der französi 
schen, englischen und italienischen Schriftsteller. Von ersteren ist hier 
besonders zu nennen Migneron 2 , Regnauld d'Epercy 3 , de Pastoret*, 
von englischen ist namentlich Bainbridge 5 , und von italienischen Ciotti 6 
zu erwähnen. Doch sind die geschichtlichen Nachrichten der fremdländi 
schen Rechtslehrer über diesen Gegenstand meist nur sehr dürftig 7 . 
1 Köhler, Sächsisches Bergrecht, 2. Ausgabe S. 125 ft". 
2 Annales des mines, III i^me sörie tome 3, Paris 1833, p. 633 suiv. 
8 ln seinem Berichte vor der französischen Nationalversammlung am 20. März 
1791, der in teilweiser Übersetzung von Achenbach in der Zeitschrift für Bergrecht 
Bd. 1 S. 603 ff. mitgeteilt ist. So sagt F. Naudier, Traite theoretique et pratique 
de la legislation et de la jurisprudence des mines, Paris 1872, p. 11 ; «Apres la 
chute de l’empire romain les peuples barbares en Gaule comme dans la plupart 
des autres pays conserverent ä leur profit les lois fiscales des empereurs; ils durent 
eonserver la redevance etablie sur les mines, redevance du dixiöme des produits, 
que nous retrouvons dans les plus anciens documents qui nous restent de l’ancienne 
monarchie; on peut dire qu’elle est d’origine romaine >; ebenso L. H. Briot, De 
la propriete des mines, Paris 1895, p. 21, s. auch Brunner, Deutsche Rechts 
geschichte I 76, Villanueva und Abignente und unten 
1 ln den von ihm mit herausgegebenen Ordonnances des rois de la troisieme 
race tome XV p. XXXIV suiv., dagegen indes Merlin, Recueil alphabetique zum 
Worte mine tome VIII p. 195 und Recueil des questions de droit zu demselben 
Worte § 1. Merlin sagt an ersterer Stelle von der ihm entgegenstehenden Ansicht: 
«qu’elle n’avait pottr base qu’une Interpretation erronnee des lois romaines et des 
anciennes ordonnances.» 
ä A treatise of the law of mines and minerals by William Bainbridge, 4dl edition 
by Archibald Brown, London 1878, p. 120 ff. 
a Sulla legislazione delle miniere pp. di Bonaventura Ciotti, Cagliari 1869, 
p. 33 ff. s. auch Abignente, La proprieta del sottosuolo, Roma 1889. Villanueva 
in Enciclopedia italia XV 2 s. m. miniere, cave e torbiere. 
7 S. indes auch E. Mayer, Italienische Verfassungsgeschichte I 360: Edel- 
metalle-Regal bis ins 9. Jahrhundert, Belege la Pertile, Storia del diritto Italiano 
1496 f. IV 426 No. 146: Const. I 175. Lami, Sanctae, Eccl, Florentinae monu- 
menta, Florenz 1758, S. 470, n86; allgemein: venae metallorum omnium 
Huillard-Breholles, Hist, diplomatica Friderici II 281, 1241. In Italien sei Römi 
sches Regal geblieben unter Langobarden- und Frankenherrschaft, s. auch Einl. 
XXXIII ff. Ausgenützt wurde auch in Italien nach E. Mayer I 362 das Bergregal 
durch Verleihung: Venae metallorum omnium sunt monocratori, Graphia (Osanam) 
S. 12 (gegen das Jahr 1087); ebenso Huillard-Breholles IV 281, 1231. S. ferner
	        
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