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dern ließen sich hinmetzeln — Und nach dem Kriege, als
in Deutschland die Rebolution ausbrach, wußten die deut
schen Massen sie nicht zu benutzen, sie jagken nur die Für⸗
sten weg, lieferten aber ihre Waffen uud die Macht wieder
den Kapitalisten aus.
Da zeigte sich in großartiger, furchtbarer Weise der
Einfluß der Produktivkrästel In der langen Blüte—
periode des Kapitalismus, die dem Weltkriege voranging,
hatten erstens die Arbeiter nur den Kampf für Refoctmen
gelernt. Der blühende Kapitalismus, der sich über die
ganze Erde verbrestete und immer neue Märkke eroberte,
schuf immer mehr Arbeitsgelegenheit und damit für die
Arbeiter die Möglichkeit der Besserung ihrer Lage Wohl
hatten der Imperialismus, der Militaxismus und die
Trustifizierung der Industrie in den letzten Jahren den
Kampf um Besserungen viel schwerer gemacht, ja ihn öfter
zum Stocken gebracht, aber die Lage trieb doch noch gar
nicht zur Revolution. Zwar riefen die radikalen Ar—
beiterführer, die Zukunft voraussehend, gegen den Mili—
tarismus, die Unternehmerperbände, die Trusts, zur Mas—
senaktion auf, aber die Massen hörten nicht. Die Massen,
ihre sozialistische Partei und ihre Gewerkschaften blieben
ganz und gar nur auf Reformen eingestellt. — Eine zweite
entscheidende Ursache der deutlich ans Tageslicht tretenden
Schwäche des Proletariats war folgende: In der Zeit der
Blüte des Kapitals, der Evolution, handelte das Proleta—
riat fast nie selbst. Seine Führer handelten. Im Par—
lament und in den Gewerkschaften unterhandelten sie mit
der Regierung, den bürgerlichen Parteien und den Unter—
nehmern über Reformen, die das einzige waren, was
das Proletariat verlangte Im Parlament und im Kon—
ferenzsaale können die Massen nicht auftreten Als nun
der Krieg kam und mit ihm die Revolution, da zeigte es
sich, daß die Arbeiter alle Aktionen ihren Führern über—
ließen. Sie waren daran gewöhnt. Sie hatten das Selbst—
handeln verlernt oder sogar nie gelernt. — —
Und schließlich beherrschte ein wahrscheinlich noch viel
stärkerer, wahrscheinlich der stärkste Einfluß der Produk⸗
tivkräfte das ganze westeuropäische Proletariat. Sein
Denken war buͤrgerlich! Die bürgerlichen Produktions—
verhältnisse sind hier seit vielen Jahrhunderten fest ge⸗—
wurzelt, ihnen ist der Geist seit Jahrhunderten unter—
worfen.
Dies ist der Unterschied mit Rußland. Dort hat der
moderne Kapitalismus äußerst wenig geschaffen. Einige
Eisenbahnen und etwas Großindustrie ist alles. Bildung