Full text: Grundriß des deutschen Zollrechts

Zur Aufnahme werden die Waren eing eh end b e sch aut. 
Das Recht zur Benutzung der Niederlage steht allen Orts- 
ansässigen zu, aber grundsätzlich auch nur diesen. Der 
Ni ederleger erhält als Ausweis über die erfolgte über- 
gabe des Gutes in den Gewahrsam der Niederlageverwaltung 
einen Ni e d erlag e sch ein, den er an andere Personen 
veräußern darf. Die Zollverwaltung hat das Recht, jeden, der 
ihr den Schein vorlegt, als berechtigt zur Verfügung über die 
darin verzeichneten Waren anzusehen, und braucht nicht zu 
prüfen, ob er den Schein rechtmäßig erworben hat – außer 
wenn ihr angezeigt wird, daß er in unrechte Hände gekommen 
ist (§ 12 Niedl.O.). Da die Zollverwaltung die Niederlage 
unter ihrem alleinigen Verschluß hat, kann der Niederleger 
nicht ohne Mitwirkung von Beamten an seine Ware heran. 
Nach § 100 V.Z.G. haftet die in der Niederlage befindliche 
Ware unbedingt für den auf ihr ruhenden Zoll, eine Regelung, 
die sich ohne weiteres daraus erklärt, daß die Ware die Zoll- 
grenze bereits überschritten hat und den Wirkungen ihrer 
hyrzlihen Foptlicht unterliegt, solange der Zoll nicht gezahlt 
ist (vgl. oben § 7). 
f . die Ware aus der Niederlage herausgenommen 
werden, so ist die A b m el d ung durch den Niederleger er- 
forderlich. Sie kann verzollt und dann in den freien Verkehr 
gesetzt werden, sie kann aber auch auf Begleitschein I oder II 
abgefertigt und einem anderen Amte zugeleitet werden, da- 
mit sie dort verzollt oder ins Ausland ausgeführt oder auf ein 
anderes Zollager genommen wird. 
Wenn die Ware in den freien Verkehr gesetzt werden soll, 
so ist der Verzollung das Gewicht zugrunde 
zu leg en, das seinerzeit b ei d er Einl ag erung fest- 
g e ste I 1 t worden ist. Einige Ausnahmen bestimmen $§$ 105 
V.Z.G. und § 52 Niedl.O. Welche Tar if s ätz e aber an- 
zuwenden sind, richtet sich gemäß § 9 Abs. 2 V.Z.G. na ch 
dem Tage der Auslagerung, da erst an diesem 
Tage die Ware zur Verzollung angemeldet und zur Abferti- 
gung gestellt wird (val. oben S. 44). Auch die Zollschuld ent- 
steht erst jezt, weil hierfür der Augenblick maßgebend ist, in 
dem die Ware in den freien Verkehr tritt (vgl. oben S. 46). 
Z o 11 s < u l d n er wird der, der die Ware aus der Nieder- 
lage in den freien Verkehr entnimmt. Wenn die Ware aus 
der Niederlage gestohlen wird, so wird demnach der Dieb 
Zollschuldner (R.F.H. Bd. 14 S. 42), nicht etwa der Nieder- 
V
	        
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