fullscreen: Kritischer Beitrag zur Theorie des internationalen Handels

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Theorie sollte das nicht tun, wenn sie damit ihr Erkenntnisobjekt 
der Erfahrung näher bringt — sogar behaupten, daß diese Theorie 
allein brauchbar sei, da es nur „immobility of capital and labour““ 
gebe, wenigstens für einen bestimmten Zeitpunkt, von dem wir aber 
stets auszugehen gezwungen sind. Die Produktionskostentheorie 
wäre dann ganz oder zum mindesten fast ganz ausgeschaltet, denn 
ihr Prinzip kann, wie wir gesehen haben, nur dort verwandt werden, 
wo freie Konkurrenz auch und besonders der Produktionsfaktoren 
herrscht. Eigentlich ist hiermit schon der Beweis für den Monismus 
der Theorie erbracht. Wir haben das Ergebnis nur noch in die 
Theorie zu übersetzen, d. h. die prinzipielle Formulierung des neuen, 
in der Theorie des internationalen Handels wirksamen System- 
gedankens vorzunehmen und seine Bewältigung sämtlicher Fälle 
beschränkter Konkurrenz darzutun. 
$ 3. Der Monismus der psychologischen Preiserklärung. 
Es ist bekannt, daß die Nutzentheorie das Gesetz von Angebot 
und Nachfrage, das vorher nur als unproblematische Mengen- 
vergleichung Anwendung gefunden hatte, durch eine psychologische 
Analyse des wirtschaftenden Menschen zum alleinigen Preisgrund 
erhoben hat. In der hypothetischen Form eines Realgrundes des 
Preises wird aus der Mengenvergleichung eine Mengenbeziehung, 
die sich darstellen läßt als Funktion zweier Daten, Güterquantum 
und Nutzenquantum. Der Tatsache ständiger Diskrepanz dieser 
Mengen entspricht der Begriff der relativen Seltenheit, der sich 
auf das einzelne Subjekt bezogen, als Wert manifestiert. Wert ist 
der gedachte Preis, der „binnengebildliche‘“ Preis Gottls%,-das ist 
der Preis, der nur innerhalb des Subjekts selbst existent wird. Von 
ihm unterscheidet sich der Marktpreis als infinitesimale Größe, und 
zwar als Resultante subjektiver Wertschätzungen (Preise). 
Wir wollen uns das Wesen dieser Unterscheidung an einer 
Fıgur Edgeworths klarmachen, um von vornherein einen Ausgangs- 
punkt für die Kritik dieser subjektiven Position zu gewinnen, die 
sich zwar analog auf die Theorie der internationalen Werte anwenden 
läßt, die aber — zum mindesten in ihrer dogmenhistorischen Formu- 
lierung — bestimmte einseitige Erklärungsansprüche enthält, deren 
Ergänzung erst in der „wertunbetonten‘“ Theorie vollzogen wurde. 
Von Anbeginn ihrer Existenz ist die Nutzentheorie auf eine 
Lücke in ihrer vom Subjekt ausgehenden Preiserklärung gestoßen, 
I) Vgl. v. Gottl-Ottlilienfeld, Die wirtschaftliche Dimension. Jena 1923.
	        
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