Object: Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

Produktion. Einfuhr 
der Hausindustrie werden grobe Baumwollstoffe in größerem Umfang hergestellt 
und hierzu eingeführte Baumwollgarne in rohem oder gebleichtem Zustande 
verwendet. 
Die Wollindustrie. Diese ist im Lande stärker verbreitet; sie besteht zum 
Teil in der Hausindustrie, zum Teil in kleineren Betrieben, die früher nur die 
im Lande stark verwendeten Gaitanschnüre herstellten. 
Seit jeher wurde in Serbien die Schafwolle von den Bäuerinnen in der 
Hausindustrie verarbeitet und ebenso wurden von den Posamentierern die 
Gaitanschnüre in einfacher Weise hergestellt, bis dann später die fabrikmäßige 
Herstellung der Schnüre in Leskovac aufgenommen wurde. 
Es existieren drei größere Tuchfabriken, die gleichzeitig auch Gaitanschnüre 
herstellen. Eine Tuchfabrik in Belgrad mit 80 bis 90 Webstühlen, eine in Les 
kovac mit etwa 100 Webstühlen und eine in Grdelica mit etwa 20 Webstühlen. 
Diese stellen Militärtuche und sogenannte Bauerntuche her. In neuerer Zeit 
haben sie auch die Fabrikation von Kammgarnstoffen, Kopftüchern und Plaids 
aufgenommen. Eine kleine Fabrik in Kosare stellt neben Gaitanschnüren auch 
Stickgarne her. 
Einfuhr von Textilwaren in Serbien. 
Die Einfuhr von Textil-Fertigwaren im Jahre 1911 betrug 18,3 Mill. Mark, 
wovon auf Baumwollwaren 9,0, auf Wollwaren 4,3 und der Rest auf Konfektions-, 
Seiden- und Leinenwaren entfallen. Die hauptsächlichsten Herkunftsländer sind 
Österreich-Ungarn mit 6,6, Deutschland mit 5,7, England mit 2,2 und Italien mit 
1,6 Mill. Mark. 
Baumwollwaren. Die Einfuhr an rohen Garnen ist recht bedeutend, 
und zwar handelt es sich dabei zum größten Teil um die Nummern 9 bis 20, 
in zweiter Linie kommen Garne von Nummer 21 bis 30, während die Einfuhr 
an eroberen und feineren Nummern nicht wesentlich ist. Die Lieferanten sind 
England und Österreich-Ungarn, und in weitem Abstande folgen Italien und 
Deutschland. Auch gebleichte Garne, in den gleichen Nummern wie vor 
stehend, werden in ziemlichen Mengen eingeführt. Die Einfuhr an Nähgarnen 
im Werte von 1,2 Mill. Mark stammt aus Österreich-Ungarn, Deutschland und 
England. 
Baum woll ge webe erscheinen in der Einfuhr nur in der einen Position 
als glatte Gewebe im Werte von 6,4 Mill. Mark, vornehmlich aus Deutschland, 
England, Italien und der Schweiz. Unterlagen, auf welche Arten sich diese ver 
teilen, liegen nicht vor, doch kann angenommen werden, daß der größte Teil 
sich auf bedruckte und buntgewebte, der kleinere Teil auf rohe und ge-
	        
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