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Grabe“ seine Entstehung. Die beiden Männer hatten zu Ostern
des Jahres 1854 an der zweiten französischen Pilgerfahrt nach
Palästina teilgenommen und dabei die traurige Lage der dortigen
Katholiken kennen gelernt. Sie zu verbessern, und die Förderung
der katholischen Interessen im Hl. Lande, die der Vergessenheit
anheim zu fallen drohten, sollten die Hauptaufgaben des im Früh
jahr 1855 gegründeten Vereins bilden. Nachdem er in Deutschland
willkommene Anerkennung gefunden hatte, konnte der Vorstand
im Jahre 1857 ein eigenes Organ unter dem Titel „Das heilige
Land“ ins Leben rufen, das jährlich in vier Heften im Kommissions
verlag von J. P. Bachem erscheint und gegen den Mitgliedsbeitrag
von sechs Mark geliefert wird.
Mit dem Verein vom hl. Grabe vereinigte sich der 1885 in Aachen
entstandene „Palästina-Verein deutscher Katholiken“ im Jahre 1895
zum „Deutschen Verein vom hl. Lande“ in Köln. Protektor und
Erster Vorsitzender ist der jeweilige Erzbischof von Köln. Der Titel der
Vereinszeitschrift blieb unverändert. Sie erscheint seitdem auch in
einer Kleinen Ausgabe.
b) Zeitungen.
1. Die politischen Zeitungen in Köln in den 1840er Jahren.
Um die politische Presse, nach deren Bereicherung die Tat
kraft Lambert Bachems seit Jahren vergeblich gestrebt hatte,
war es zu Anfang dieses Jahrzehnts in Köln schlecht bestellt.
1839 hatte sich die Kölnische Zeitung des Wettbewerbs des „Welt-
und Staatsboten“ durch Ankauf für 12000 Taler entledigt und
sie war nun wieder die einzige politische Zeitung in Köln. Ihre
politische Aeußerung war freilich noch recht bescheiden. Erst
seit 1841 fing sie an, zu den Tagesfragen in sog. Leitartikeln
Stellung zu nehmen. Bei der Regierung geriet sie sogar in den
Verdacht, „ultramontane“ Tendenzen zu begünstigen (welches
Fremdwort man übrigens damals noch nicht mit vaterlandslos
übersetzte) und man sehnte deshalb ein Unternehmen herbei, das
die Politik der Regierung energischer unterstützte. In diesem
Sinne hatte man schon 1830 Lambert Bachem eine Anregung
zukommen lassen. Die Regierung genehmigte deshalb am
11. Dezember 1839 die „Rheinische Allgemeine Zeitung“
des Dr. F. Schulte und des Hermesianers Dr. B. Rave, des
früheren Herausgebers des „Welt- und Staatsboten“.