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Wenn die Nase verunstaltet wäre
Als ich von Samuel wegging, fiel ich dicht an meinem
Hause so schrecklich nieder, daß ich gleich aus Nase und
Mund zu bluten anfing. Ein Mann hob mich auf und
brachte mich, der ich kaum gehen konnte, zum Vater
ins Gewölbe. Wie dieser sich erschrak, geht über alle
Beschreibung. Da er hörte, daß Mutter weggegangen
sei, brachte er mich hinauf, machte mir Umschläge mit
kaltem Wasser. Meine ganze Nase und mein Mund
waren schrecklich geschwollen, überall Haut losgerissen,
was mir viel Schmerzen machte. Mein Vater fragte
mich beständig, wo ich Schmerzen habe, ja er weinte
beinahe, der gute Vater.
Er verbot mir, zu Hiller zu gehen. Ich ging aber,
weil ich vorige Stunde gefehlt habe. Doch tat es mir
nachher leid, da mir Hiller sagte, wenn ein Lüftchen zu
der Geschwulst käme, so bliebe diese lebenslänglich.
Dieser Gedanke verursachte mir doch einiges Unbehagen.
Isidor traf ich, der sich wirklich über mein Aussehen
entsetzte und sehr viel Teilnahme zeigte.
Als ich nach Hause kam, war die Mutter da, die noch
von nichts wußte und sich daher nicht wenig erschrak,
als ich ihr mein Abenteuer erzählte. Abends ließ Vater
mir Paetzold holen, der mir Umschläge mit Essig ver
ordnete. Ich habe große, große Furcht, daß nur die
Nase bleiben wird, so onklee, besonders ist es meine
Schwester, die dies bestätigt. Na, und wenn dies ge
schehen sollte, mein Gesichtchen wäre dann zwar hin,
aber ich glaube, ich würde mich am Ende nicht sehr
darüber betrüben. Aber dies weiß ich positiv, daß ich