a) Kaufmännische Veröffentlichungen
Der rheinisch-westfälische Innungsverband in Essen hat 1925 das
Kalkulationsbuch für das Malergewerbe in der
4, Auflage herausgegeben. Diese Form des Kalkulationsbuches kann
— ohne dabei die Kalkulationsschematisierung kritiklos anzuerken-
nen — empfohlen werden; denn das vorliegende Buch will nicht
dem Malermeister starre, feste Preise angeben, sondern „jeder Kol-
lege ist verpflichtet, den Preis selber zu errechnen, allerdings unter
Berücksichtigung der in diesem Buche niedergelegten Preislehre“.
Damit wirkt das Buch erzieherisch und beratend auf den Handwerks-
meister einerseits und bietet andererseits dem Auftraggeber für
Malerarbeiten die Möglichkeit, die angesetzten Preise nachzuprüfen.
(Inhalt: Aufstellung der Geschäftsunkosten für Tagelohnarbeiten nebst
Erläuterungen, Aufstellung der Geschäftsunkosten auf den Material-
umschlag nebst Erläuterungen, Ausmaßregel, besondere Bedingungen,
Arbeitsbeschrieb und Preisberechnung,) Die im Anhang veröffent-
lichten Berechnungstabellen sind: übersichtlich gegliedert in: Lei-
stungsbeschrieb, Werkstoffe, Arbeit, Selbstkosten, Risikozuschlag,
Angebotspreis für 1qm und Leistung pro Minute,
Der Vorsitzende des Verbandes sächsischer Vereinigungen selb-
ständiger Maler und Lackierer, A, Dahlinger, hat 1926 ein
zahlenmäßiges Kalkulationsbüchlein veröffentlicht, um da-
mit dem Malermeister Unterlagen zur Ermittlung von Preisen für
Arbeiten glatter und gangbarer Natur zu bieten. Die aufgeführten
Kalkulationen zur Preisberechnung gliedern sich in die bekannten
Positionen: Kosten des Materials, Löhne, Geschäftsunkosten, Wag-
nis und Nutzen, Das handliche Büchlein ist geeignet, den Maler-
meister zur korrekten Ermittlung der einzelnen Kalkulationsposi-
tionen zu erziehen,
Das Forschungs- und Lehrinstitut für Anstreichtechnik in Stutt-
gart, auf dessen Arbeiten wir weiter unten noch zu sprechen kommen,
hat 1926 die 4, Auflage (11. bis 15000) der Anleitung zur
Selbstkostenberechnung von A, Sönnichsen her-
ausgegeben. Auch diese kleine Schrift soll dem Meister keine fixen
Preise angeben, sondern bietet ein Schema der Preisberechnung der
gebrauchsfertigen Farben, in das der einzelne Meister selbst seine
Materialpreise, Lohn- und Geschäftsunkosten eintragen muß. Der
Hauptzweck liegt darin, daß der Malermeister zur Einzeichnung seiner
Kalkulationsarbeiten angehalten wird, um damit den Selbstkosten-
preis einer Arbeit für 1qm zu berechnen.
„Das Fachrechnen des Malers mit besonderer
Berücksichtigung der Ermittlung des Rechnungs-
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