DIE REKLAME AN DER LANDSTRASSE
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ALT!!!
SIE FAHREN FALSCH!
Der Weg links führt nach
BAD FROHWINKEL
Musterbeispiel für aparte und originelle Streckenreklame eines Kurortes.
straßenreklame fand ich im Sommer 1926 in dem bekannten
Harzer Kurort Schierke. Herr Georg Schwarz, Besitzer des
Hotels Fürst zu Stolberg, hat an einer stark befahrenen und
begangenen Straßenkreuzung, nahe beim Hotel, eine breite
Reklametafel anbringen lassen. Dort sind nebeneinander Pla-
kate aufgeklebt, alle gut und wirkungsvoll ausgeführt, aus
denen der Beschauer die gesamten Wochen-Programme des
Hotels erfahren kann. Ein ausgezeichneter Gedanke, denn der
Kurgast wird dadurch mit einem Schlage orientiert und kann
sich ebenfalls sein „Wochenprogramm“ zusammenstellen. Für
Saisonhotels mit abwechslungsreichen Darbietungen ist es eine
so gute Einrichtung, daß ich eine Abbildung dieser originellen
und dabei durchaus dezenten „Landstraßen-Reklame“ als
Musterbeispiel wiedergebe.
Meine beim Plakat erteilte Mahnung zu größtmöglicher
Kürze des Textes, zu klarer und auf weite Entfernung gut les-
barer Schrift, zu wirkungsvollen Farbenkontrasten, um dadurch
den in der Reklame so wichtigen „Blickfang“ zu erreichen, ist
bei der Streckenreklame womöglich noch angebrachter. Sie
muß, ganz gleich ob von der Eisenbahn, vom Automobil oder
vom Schiff aus, „im Fluge‘“ genossen werden können. An der
Plakatsäule ist ein Stehenbleiben und näheres Betrachten
möglich. Bei der Streckenreklame dagegen nicht; es sei denn,
daß das Auto gerade eine Panne erlitten hat — dann wird man
aber nicht in der Stimmung sein, sich mit Reklame zu beschäf-
tigen — oder daß der Zug auf offener Strecke hält, was aller-
dings öfter geschieht, als es den eiligen Reisenden lieb ist.
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