Contents : Die Theorie der Volkswirtschaft

220  XVIII.  Was  für  Tarife  würde  ich  aufstellen,

Eine  plötzliche  Reduktion  von  mehr  als  die  Hälfte  des  auferlegten ­
  Zolles  ist  nicht  allein  nicht  zulässig,  sondern  geradezu
gefährlich.
4.  Gegenseitigkeit  ist,  nach  vorliegenden  Tatsachen  zu  urteilen,  das
beste,  um  unseren  ausländischen  Handel  auszudehnen;  diese
Politik  sollte  deshalb  wieder  aufgenommen  werden.
5.  Die  Prämie  auf  einheimisch  erzeugten  Zucker  sollte  bis  auf
weiteres  nicht  fallen  gelassen  werden,  denn  es  ist  noch  keineswegs ­
  erwiesen,  ob  die  Zuckerrübe  und  der  Sorghumzucker
uns  doch  am  Ende  nicht  in  die  Lage  bringen  werden,  unseren
einheimischen  Bedarf  unter  günstigen  Bedingungen  selbst  zu
decken.
6.  Wolle,  die  wir  nicht  zu  Hause  erzeugen  können  und  die  doch
für  Mischungen  notwendig  ist,  sollte  von  jeder  Abgabe  frei  sein.
7.  Kunstgegenstände  aller  Art  sollten  frei  sein,  weil  sie  ja  doch
früher  oder  später  den  öffentlichen  Institutionen  zugute  kommen.
8.  Nachdem  der  Tarif  festgesetzt,  sollte  jede  weitere  Tarifgesetzgebung ­
  bis  zu  jedem  zweiten  Jahre  nach  vorgenommenem  Zensus ­
  ruhen,  es  sei  denn,  daß,  wie  gerade  jetzt,  ein  Fehlbetrag  im
Staatshaushalt  und  eine  gesunde  Politik  besondere  Einnahmen
von  solchen  Einfuhrartikeln  notwendig  machen,  wie  es  die  von
außerordentlich  reichen  Leuten  gebrauchten  Luxusartikel  sind;
dagegen  sollten  unter  keinen  Umständen  die  notwendigen  Lebensmittel ­
  der  armen  Leute  besteuert  werden.
So  würde  mein  Tarif  zugunsten  der  bedrückten  Volksmassen
aussehen,  so  zum  Nutzen  derer,  die  ein  einfaches  und  unbemerkenswertes ­
  Leben  führen.  Weder  Schutzzöllner  noch  Freihändler
als  solche,  könnten  etwas  dagegen  einwenden,  da  ein  solcher
.Tarif  bestimmt  ist  —  nicht  durch  das  Interesse  einer  der  bestehenden ­
  Parteien,  sondern  einzig  und  allein  durch  die  Rücksicht ­
  auf  die  fiskalischen  Einnahmen  und  nach  dem  Grundsatz,
daß  es  im  großen  und  ganzen  zum  Besten  des  Volkes  geschieht
—  Abgaben  von  ausländischen  Luxusgegenständen  der  besonders
Reichen  zu  erheben.
So  gehandhabt,  würde  der  Tarif  tatsächlich  von  unserem  Partei-
            
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