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mäßig viele Haltepunkte. Anders z. B. auf der Strecke Rshew—Weliki
Luki—Rjeshiza—Kreuzburg der Moskau-Windauer Bahn, die, durch
ein waldiges, auch nicht sumpfarmes, gering bevölkertes Gebiet führend,
bei einer Länge von 523 W nur 31 Zwischenpunkte und 10 Distanzen
von 22—29 W zählt. Die ebenfalls das Wald- und Seenland anschienende
Bahn Bologoje—Pskow (334 W, 22 Stationen), welche die Verbindung
der Nikolaibahn mit der Peters bürg-Wilnaer Bahn herstellt, hat nament
lich auf der in der Pleskauer Provinz gelegenen Strecke Morino—Dno—
Pskow (116 W) nur wenige (6) Stationen. Auch die neue strategische
Bahn Bologoje—Polotzk, die durch die ödesten Teile der Provinzen
Twer und Pskow führt und den mittleren, mäßig besiedelten Teil des
Gouvernements Witebsk weiter erschließen soll, hat meist große Stations
entfernungen (434 W, 28 Stationen), und ihre Fortsetzung durch den
seen- und flußreichen Ostteil der Provinz Wilna (Polotzk—Bagrationows-
kaja, 409 W, 24 Stationen) und durch das Gouvernement Grodno nach
Polen (Sjedlez, 185 W, 10 Haltepunkte) hat sogar noch längere stations
lose Strecken (bis 27 und 28 W). In dem durch diese Bahnen gekenn
zeichneten Gebiet wird auf etwa 14—15 W eine Station kommen.
Ähnlich liegen die Verkehrs Verhältnisse in Litauen, zu dem die
Provinzen Kowno und Suwalki, der westliche Teil des Gouvernements
Wilna und die nördliche Spitze der Grodnoer Provinz zu rechnen sind.
Die durchschnittliche Volksdichte beträgt immerhin 40 — 50 Bewohner
für den qkm. Große stationslose Strecken sind hier fast an jeder Bahn,
auch an den Hauptverkehrsadern. So liegen an der 310 W langen
Strecke Grodno—Wilna—Dwinsk (19 Stationen) 7 Strecken von 20 bis
25 W. An der Nebenbahn Suwalki—Grodno beträgt die Entfernung
zwischen den Stationen der beiden der preußischen Grenze benachbarten
Kreisstädte Suwalki und Augustowo sogar 30 W. Die durchschnittliche
Stationsdistanz wird man für Litauen mit 14 W angeben können.
Wenn sich für Russisch-Polen, zu dessen Verkehrsgebiet hier nicht
das Gouvernement Suwalki, wohl aber der größere Teil der Provinz
Grodno gerechnet wird, eine mittlere Stationsferne von 10 W fest
stellen läßt, so ist diese angesichts der dichten Besiedlung und der wirt
schaftlichen Entwickelung des Landes doch kaum hinreichend zu nennen.
Im Nordosten, namentlich an den nach Ostrolenka führenden Bahnen,
sowie im Südosten sind die Distanzen häufig bedeutend größer; zwischen
den beiden Städten Sjedlez und Lukow beläuft sie sich sogar auf 29 W.
Günstiger liegen' die Kommunikationsverhältnisse in Rußlands
baltischen Provinzen. Zwar ist die Volksdichte selbst mit Einschluß
Ingermanlands noch geringer als in den östlich anstoßenden Bezirken;
aber den Provinzen mangelt es jiicht an zahlreichen kleinen Ortschaften,
an Einzelhöfen, an großen und mittleren Landsitzen, während größere
Siedlungen verhältnismäßig seltener sind als in den meisten anderen
russischen Gouvernements. Bei einem ziemlich entwickelten Verkehrs