standen hatte, und das verstärkte die Feindseligkeit
der Öffentlichkeit gegen Morgan selbst nur noch.
In Wirklichkeit hatte sich folgendes ereignet. Als
Schwab seinen persönlichen Scheck über die Kauf-
summe der Bethlehem an Perkins überreichen ließ,
mußte er wohl vergessen haben, daß er der Firma
Morgan & Co. 6 Prozent Zinsen für Bargeld schuldete,
das sie für ihn in die Bethlehemwerke gesteckt hatte,
während sie diese ein Jahr lang für ihn verwaltete (in
der Zeit, als er einen Käufer suchte). Auch hatten
J, P. Morgan & Co. die Gewinne der Bethlehem
während dieses Jahres nicht angerührt. Schwabs
Scheck regelte diese Verbindlichkeiten nicht. Als
man von ihm die Bezahlung seiner Schuld verlangte,
schlug er vor, daß die Manager des Stahltrusts zur
Begleichung ihrer Forderung Aktien des Schiffbau-
trusts annehmen sollten, von denen er ja genug hatte.
Ohne daß der Firma Morgan gerade viel an dieser
Regelung der Angelegenheit gelegen hätte, nahm
sie doch schließlich den Vorschlag an und erhielt
demgemäß 5 Millionen Dollar in Schiffbautrust-
papieren.
John W. Gates hatte damals eine Maklerfirma, und
er wurde nun beauftragt, einen Markt für die Papiere
des Schiffbautrusts zu schaffen. Die Papiere, die im
Besitz der Eingeweihten waren, wurden nach einer
Art Poolsystem zusammengelegt, und ihre Besitzer
schlossen ein schriftlich niedergelegtes Abkommen mit
Gates ab, die Aktien nach einem gewissen Verfahren
abzustoßen. Das betreffende Verfahren wird ‚„Sell-
mine first” genannt und ist eine in Wall Street üb-
liche Methode, um den Eingeweihten das rasche Ab-
stoßen von Papieren zum besten Preis zu ermöglichen.
Es kann am besten an einem Beispiel erläutert wer-
den. Wenn Gates von einem Außenseiter den Auf-
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