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Schiffen und Expeditionen in ferne Länder u. dergl. sind die Konserven
von bedeutendem Werte. Expeditionen, wie sie in den letzten Jahr
zehnten häufig erfolgten, würden ohne Konserven kaum oder nur
unter den allergrößten Entbehrungen durchführbar gewesen sein, und
mit der Verpflegung unserer Heere im Manöver und im Kriege
würde es oft schlecht bestellt sein, wenn der einzelne Mann nicht
imstande wäre, ohne übermäßige Belastung seine Nahrung in kon
servierter Form für einige Tage bei sich zu tragen.
Durch das stete Anwachsen unseres heutigen Verkehrs, sowohl
zu Lande wie zur See, durch Konzentration großer Menschenmassen
im Militär- und Anstaltswesen u. dergl., hat sich die Nachfrage nach
dauernd haltbaren, zum Teil gebrauchsfertigen Nahrungsmitteln ent
wickelt und vergrößert. —
Die Natur hat in alle organischen Erzeugnisse den Keim des
Verderbens gelegt, im ewigen Wechsel des Entstehens und Vergehens
will sie sich erneuern. Das Wasser, das jene enthalten, die Luft, die
sie umgibt und durchdringt, führen durch Fäulnis, Gährung und Ver
wesung die oft rasche Zersetzung der Naturerzeugnisse herbei. Unter
diesem Gesetze stehen auch die Nahrungs- und Genußmittel. Erst
das vorige Jahrhundert mit seinen großen Entdeckungen auf dem
Gebiete der Bakteriologie hat die Behandlung der verschiedenen
Konservierungsaufgaben zu der Höhe gebracht, auf der sie heute
steht. Man lernte die Ursachen kennen, welche die Zersetzung der
Stoffe hervorrufen. Man fand in den Bakterien Lebewesen, die nur
unter ganz bestimmten Vorbedingungen existieren und die Organismen
zerstören. Nachdem man dies erkannt hatte, war es verhältnismäßig
leicht gemacht, eben diese Vorbedingungen zu vernichten, dem. Fäul
niserreger den Boden zu entziehen und somit den Organismus frisch
zu erhalten, ihn zu konservieren.
Haltbar gemacht werden heute fast sämtliche Nahrungsmittel.
Die geeignete Methode des Haltbarmachens richtet sich nach der Art
und Beschaffenheit der zu erhaltenden Substanz.
Als Arten des Haltbarmachens, von denen manche seit Jahr
hunderten geübt werden, unterscheidet man:
1. das Austrocknen, also Beseitigen von Feuchtigkeit,
2. das Kochen und Verschließen in luftdichten Blech-, Glas-
und Tongefäßen,
3. das Einsalzen, also Imprägnieren mit Kochsalz,
4. das Räuchern, wobei die entstehenden empyreumatischen
Stoffe die erhaltende Kraft darstellen.