Full text: Versand- und Zollvorschriften im Verkehr mit dem Ausland [Im Aufl. d. Bergischen Industrie u. Handelskammer zu Reimacheid zusgest u. bearb von d. Zollauskunftstelle d. Handelskammer]

WÄNDERÜNGSVORGÄNG ELS.-LOTHR. BEVÖLKERÜNGSGRUPPEN. 61 
Elsaß-Lothringen vom französischen Markt abgeschnitten 
hatte. 
Der größte Teil aller Altdeutschen gehörte dem Mili 
tär- und dem Beamtenstand an, sowie den freien Berufen 
und dem Rentnertum. 
Das Militär müssen wir freilich aus unsern Über 
legungen fast vollkommen ausschalten. Von den 67 736 
in Militärdienst Tätigen war die Mehrzahl Männer, die 
ihrer Dienstpflicht bei Truppenteilen genügten, die ihren 
Standort in Elsaß-Lothringen hatten, und die infolgedessen 
weder als in Elsaß-Lothringen Erwerbstätige noch dort 
Ansässige gerechnet werden können. Aus der Statistik 
geht hervor, daß man die Einheimischen ihre militärischen 
Dienstjahre in anderen deutschen Bundesstaaten zubringen 
ließ, dagegen Deutsche anderer Stämme in Elsaß-Lothrin 
gen. Es sollte damit eine Verbindung mehr zwischen Elsaß- 
Lothringen und dem übrigen Deutschland geschaffen wer 
den. Auch die aktiven Heeresangehörigen und ihre Familien 
kommen kaum in Betracht. Bin großer Teil der Offiziere 
verlegte zu Anfang des Krieges und während des Krieges 
seinen Wohnsitz aus Elsaß-Lothringen fort, zumeist auf 
Befehl. Auch wurzelten die Offiziere und Unteroffiziere 
mit ihrer Existenz nicht in Elsaß-Lothringen. Sie mußten 
jeden Tag mit einer Versetzung nach anderen deutschen 
Garnisonen rechnen. Damit soll nicht gesagt sein, daß 
nicht auch viele in unserem aktiven Offiziers- und Unter - 
offizierskorps vor dem Kriege in Elsaß-Lothringen heimisch 
geworden waren. Aber ihre Lage ist eine andere als die 
der übrigen vertriebenen Elsaß-Lothringer. Sie verließen 
mit ihren Truppenteilen das Reichsland vor dem Einmarsch 
der Franzosen und sind nur insofern in eine Beziehung 
zu den vertriebenen Elsaß-Lothringern zu bringen, als 
sie in Elsaß-Lothringen Güter zurücklassen mußten, die 
ihnen von den Franzosen sequestriert und liquidiert wurden. 
Freilich vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus ist es 
wichtig, daß Tausende von Offizieren und Unteroffizieren 
ihren Wohnsitz nun nicht mehr in Elsaß-Lothringen haben 
können und infolgedessen hinsichtlich der Wohnungsfrage
	        
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