. Österreich-Ungarn (Viehzucht). 363
Stelle. Wie schon oben angegeben, sind
108,95 QM. mit Wein bepflanzt, und die
durchschnittliche Jahresproduktion wird
auf 20 Mill, hl geschätzt. Einzelne Weine
werden an Güte weder voir spanischen noch
italienischen übertroffen, die große Masse
Üt mittelgut. Von der Gesamtproduktion
tonnncn auf Ungarn und Nebenländer
80 Pro;., ans Niederösterreich5Proz., auf
Steiermark 4 Proz., auf das Küstenland
und Dalmatien je 3 Proz., auf Tirol und
Mähren je 1*,', Proz., auf Kram I Proz.,
auf Böhmen nur 0,2 Proz. DerWeinhan-
dcl ist demnach ein lebhafter, und der Export
ist in den beiden letzten Jahren von 14,2
Mill, auf 29,2 Mill. Mk. Wert gestiegen.
Für 1880 betrug die Einfuhr 29,861 Etr.,
die Ausfuhr 904,490 Etr. Dabei wurden
don frischem Obst 308,510 Etr., von zube
reitetem 156,368 Etr. exportiert, während
sur 22,2 Mill. Mk. zur Einfuhr gelangte.
Zur Förderung der Landwirtschaft be
stehen in Österreich 240 Vereine mit 317
Filialen, in Ungarn 66 Vereine. Um dem
Grundbesitzerzü mäßigen Zinsen Betriebs-
und Verbesserungskapitalien zuzuführen,
bestehen folgende Institute: die Öster-
relch.-Ungar. Bank (als Hypothekenbank),
die Allgemeine österreich. Bodenkreditan
stalt, die Österreich. Hypothekar-, Kredit-
und Vorschnßbank, die Österreich. Hypothe
kenbank, die Wiener Hypothekenkasse, die
Österreich. Central-Bodenkreditbank, die
Österreich.Hypothekarrentcnbank,dieReal-
kreditbank und die Österreich. Aktiengesell
schaft für Bodenkultur, alle in Wien; die
Böhm. Hypothekenbank (Landesbank), die
Landwirtschaftl.Kreditbank und die Böhm.
Bodenkreditgesellschaft in Prag, der Kre
dit-und Hypothekenverein in Saaz, die
Schles. Bodenkreditanstalt (Landesbank)
in Troppan, der Schles. Realkreditverein
daselbst, der Galiz.Bodenkreditverein(Lan-
deöanstalt), die Galiz. Aktienhypotheken
bank intb die Galiz. Rustikalkreditanstalt
in Lemberg, die Galiz. Bodenkreditanstalt
in Krakau, das Ungar, (wechselseitige)
Bodenkrcditinstitut, die Ungar. Hypothe
kenbank, die Ungar, allgemeine Bodenkre-
ditaktiengesellschaft und die Volks-Boden
kreditanstalt in Budapest, die Ban - und
Bodenkreditbank in Ödenbnrg.
N. Bichzucht.
Trotz günstiger Vorbedingungen hat
dieser Erwcrbözweig nicht die Stufe er
reicht, U'elche er einnehmen müßte. Nach
der Zählung von 1869 gab es:
Pferde . . 3569434 Ziegen . . 1522055
Rinder . . 15776702 Schweine . 6994752
Schafe . . 20103395
Von den beiden Reichshälften ist die un
garische die eigentliche Heimat der Pferde;
ans sie entfallen 2,179,811 Stück der Ge
samtzahl. Daher vermag das Land stets
zu exportieren; so wurden I 880eingeführt
7677, ausgeführt 37,449 Pferde. Der
Bestand der Fleischtiere ist kein so über
aus reicher; cs entfallen nämlich auf 1000
Einwohner 357 Rinder, 564 Schafe und
196 Schweine. Aber der Handel ist ein
sehr lebhafter. Ans Serbien und den
Donaufürstentümern wird Vieh einge
führt, um seinen Weg weiter nach W. zu
nehmen. 1880 war der Handel in :
Einfuhr Ausfuhr
Rinder 59908 49998
Schafe 50584 371932
Schweine .... 225721 273643
Dazu kommt noch ein ziemlich starker Po
sten von Wildbret, von frischem Fleisch re.
Der Wert dieses Handels wurde 1880 be
rechnet in der Einfuhr auf 25,946,694 Mk.,
in der Ausfuhr auf 87,334,572 Mk. Was
den jährlichen einheimischen Konsum be
trifft, so ergeben sich folgende Resultate:
330,000 Pferde-,850,000 Ochsen-,900,000
Kuh- und 1,900,000Jungviehhäute, dann
5 Mill. Schaf - und 500,000 Ziegenfelle.
Trotzdem werden beträchtliche Mengen von
Häuten und Fellen wie auch von Haaren
und Borsten importiert; 1880 betrug (in
Eentnern): Einfuhr Ausfuhr
Kalbfelle 2510 22101
Schaf - und Ziegenfelle . 59031 19103
Hasen- und Kaninchenfelle 1412 2418
Andre Felle 83743 21217
Haare und Borsten . . 7557 3 041
Der Wert dieses Handels betrug in der
Einfuhr 47,8 Mill., in der Ausfuhr 26,4
Mill. Mk. Die sehr verbreitete Lederindu
strie hat namentlich im fabrikmäßigen Be
trieb große Fortschritte gemacht. In Wien
und Umgebung sowie andern Gegenden be
stehen bedeutende Etablissements, welche