Object: Die Zucker-Industrie auf Cuba

HO 
Arbeitslohn und Kapital. 
Buch I. 
soweit dort überhaupt Nationalökonomie gelehrt wurde, gibt darin, 
Buch I. Kap. I., folgende klare Definition: 
„Das Wort Kapital wird in doppeltem Sinne gebraucht. Mit Bezug auf das 
Produkt bedeutet es jede Substanz, auf welche Gewerbfleiß verwendet wird. Mit 
Bezug auf den Gewerbfleiß bedeutet es die Stoffe, denen derselbe wert verleihen 
will oder bereits wert verliehen hat; die Werkzeuge, die zur Verleihung von wert 
gebraucht werden, sowie die Mittel des Unterhalts, durch welche der Mensch erhalten 
wird, während er damit beschäftigt ist, die Arbeit zu verrichten." 
Lsenry L. Larey, der amerikanische Apostel des Schutzsystems, 
definiert Kapital als „das Instrument, durch welches der Mensch die 
Herrschaft über die Natur erlangt, einschließlich der physischen und 
geistigen Kräfte des Menschen selber". Professor Perry, ein Frei 
händler von Massachusetts, hält dem sehr richtig entgegen, daß damit 
die Grenzen zwischen dem Kapital und Arbeit hoffnungslos verwirrt 
werden, verwirrt dann aber seinerseits wieder hoffnungslos die Grenzen 
zwischen Kapital und Grund und Boden, indem er das Kapital definiert 
als: „jedes wertvolle Ding außer dem Menschen selbst, aus dessen 
Gebrauch ein Geldzuwachs oder Gewinn entsteht". Ein englischer 
ökonomischer Schriftsteller von hohem Rang, wm. Thornton, beginnt 
eine gelehrte Untersuchung der Beziehungen zwischen Arbeit und Kapital 
(„On Labor“) mit der Bemerkung, daß er den Grund und Boden im 
Kapital einbegreifen wolle, was genau dasselbe ist, als wenn jemand, 
der Algebra lehren will, mit der Erklärung anfängt, daß er die Zeichen 
plus und minus als gleichbedeutend und gleichwertig ansehen wolle. 
Ein ebenfalls bedeutender amerikanischer Schriftsteller, Professor Francis 
A. Walker, gibt in feinem gelehrten Buch über die Lohnfrage die 
selbe Erklärung ab. Ein anderer englischer Schriftsteller, N. A. Nichol 
son („The Science of Exchanges", London, H873) setzt der Absurdität 
die Krone auf, indem er in einem Satze (Seite 26) erklärt: „daß das 
Kapital natürlich durch Sparen angesammelt werden muß" und im 
nächsten Sahe konstatiert, „das Land, welches eine Ernte erzeugt, der 
Pflug, welcher die Erde aufreißt, die Arbeit, welche das Produkt schafft, 
und das Produkt selbst, wenn ein materieller Gewinn aus seinem Ge 
brauch zu ziehen ist, sind alle gleichermaßen Kapital", wie aber Grund 
und Boden und Arbeit durch Sparen angesammelt werden sollen, 
geruht er nirgends zu sagen. Ebenso erklärt ein namhafter ameri 
kanischer Schriftsteller, Professor Amasa Walker (Seite 66 „Science 
of wealth“) zuerst, daß das Kapital aus den Nettoersparnissen der Arbeit 
entspringe, und gleich darauf, daß der Grund und Boden Kapital sei. 
Ich könnte seitenlang fortfahren, einander widersprechende und 
sich selber widersprechende Definitionen zu zitieren. Aber es würde 
den Leser nur ermüden. Ls ist überflüssig, die Zitate zu vermehren. 
Die schon gegebenen genügen, um zu zeigen, welche große Verschieden 
heit in der Auffassung des Ausdruckes Kapital obwaltet. Jeder, der 
weitere Beispiele der babylonischen Verwirrung braucht, welche über
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.