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Marktaler stets nach dem Datumkurse verrechnet wird‘ (S. 89). Also d Ce ® av
wieder ein Hamsterschutz ? werden manche fragen; denn Altgeld und Scheide-
münzen machen die Entwährung nicht mit, auch das Bankgeld nur zu einem
Drittel der Papiergeldsteuer: „Drittelsteuer‘“. Johannsen sieht selber,
wieder im Gegensatz zu Gesell, sehr wohl den „Ausweg, daß der Eigen-
tümer, nachdem er die Marktalerscheine gezogen hat, diese am nächsten
Samstag bei der Goldbank in Gold umwechselt. Dann aber müßte er immer-
hin eine volle Wochensteuer verlieren ... Der Hauptsache nach verbleibt
das Faktum, daß das Gros des Bankgeldes der Steuer nicht entrinnen kann‘
'S. 97).
Das Steuersystem Johannsens ist zweifellos gut organisiert.
Das Hauptbedenken liegt in der hier ganz besonders brennenden
Abwälzungsfrage. Wir haben hier eine Steuer von jährlich
50%/, auf tägliches Geld, von 16%/,°/ auf Bankgeld! Da das
Bestehen der Konkurrenzwirtschaft, eines freien Wirtschafts-
verkehrs von Johannsen angenommen wird, so muß er damit
rechnen, daß jeder Einzelwirt sie, soweit möglich, abzuwälzen ver-
suchen wird. Das Problem der Kalkulation, des privatwirtschaft-
lichen Preisansatzes, wird nicht mehr nur die allgemeine Kosten-
einbringung, sondern auch noch die Steuerüberwälzung sein. Und
die Lösung der Frage würde einen unerträglichen Druck auf alle
Festbesoldeten, Pensionäre, Rentner bedeuten; denn auf ihnen als
Nur-Konsumenten bleibt die Last ruhen, solange nicht Ge-
hälter und Pensionen von der Entwährung ausgenommen sind.
Tohannsens Plan bedeutet übrigens weder unm ittelbar
noch mittelbar die Abschaffung des Geldes oder auch
nur einer seiner Funktionen.
2. Im Gegensatz zu der stark metallistisch beeinflußten Auf-
fassung Johannsens — die volle Metalldeckung seiner Noten
ist ihm unerläßliche Voraussetzung — sind Harburgers Aus-
führungen die Ausgeburt eines radikalen Nominalismus.
Er geht davon aus, daß ‚jedes Geldsystem nichts ist als ein System
von Maßstäben, ein System von Zahlen, die Gütern, Leistungen nach bestimm-
;en Gesetzen zugeordnet sind‘ (S. 8). „Wie bei allen Maßsystemen kann man
aun die Einheiten willkürlich wählen bzw. kann man auch die Ein-
heiten wechseln, d. h. in ein anderes Bezugssystem übergehen . ..
Dazu brauchte, wenigstens rein theoretisch, niemand geschädigt zu werden,
Wenn man annehmen würde, daß alle Leistungen der Individuen untereinan-
ler sofort nach Festsetzung der neuen Kaufkraft in neuen Kaufeinheiten ent-
richtet würden, so würde gleichwohl die Gemeinschaft (Staat) den Vorteil
lavon haben, da sie diejenige ist, die den Modul festgesetzt und das logische
arius hat, gleichsam in diesem sich unaufhörlich drehenden Rad auf der ersten
Speiche sitzt“ (!). Den Vorteil, daß sie die erste ist, die in neuer Einheit
bezahlt. kann ihr nichts nehmen.; sie selbst definiert ja diese neue Kaufeinheit‘‘