Full text : Konzentrationstendenzen im badischen Bankgewerbe

Aap.  III.

Der  Anspruch  der  Grundbesitzer  auf  Entschädigung.

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hätte  er  nie  den  Satz  schreiben  können:  „Der  Boden  Irlands,  der  Boden
jedes  Landes  gehört  dem  Volke  desselben.  Die  Personen,  die  Grundbesitzer ­
  genannt  werden,  haben  so  wenig  vom  Standpunkt  der  Moral
wie  der  Gerechtigkeit  ein  Anrecht  auf  irgend  etwas  weiter  als  auf  die
Grundrente  oder  aus  deren  Marktwert."
Was  soll  man  dazu  sagen!  wenn  der  Boden  eines  Landes  dem
Volke  desselben  gehört,  welches  Anrecht  haben  dann  einzelne  nach
Moral  und  Gerechtigkeit  an  der  Grundrente?  wenn  der  Boden  dem
Volke  gehört,  warum  im  Namen  der  Moral  und  Gerechtigkeit  muß  dann
dasselbe  dessen  Marktwert  für  sein  Eigentum  bezahlen?
perbert  Spencer  sagt*):  „hätten  wir  es  mit  den  Parteien  zu
tun,  die  ursprünglich  das  Menschengeschlecht  seiner  Erbschaft  beraubten,
so  könnten  wir  kurzen  Prozeß  mit  ihnen  machen."  Aber  der  Prozeß
wird  aus  die  Dauer  doch  unvermeidlich  sein.  Denn  es  handelt  sich  hier
nicht  um  eine  einmalige  Enteignung,  die  mit  der  Handlung  endigt,
sondern  um  eine  fortgesetzte,  jeden  Tag  und  jede  Stunde  nachwirkende
Enteignung.  Nicht  aus  dem  Produkte  der  Vergangenheit  wird  Rente
gezogen,  sondern  aus  dem  Produkte  der  Gegenwart.  Sie  ist  eine  Steuer,
die  beständig  und  unaufhörlich  von  der  Arbeit  erhoben  wird.  Jeder
Schlag  des  pammers,  jeder  pieb  der  Axt,  jeder  Stoß  des  weberfchiffleins,
  jede  Bewegung  der  Dampfmaschine  zahlen  ihr  Tribut.  Sie
nimmt  von  dem  Verdienst  der  Männer,  die  tief  unter  der  Erde  ihr
Teben  wagen,  und  von  denen,  die  über  schäumenden  Wogen  auf  rollenden ­
  Rahen  hängen;  sie  fordert  den  gerechten  Lohn  des  Kapitalisten
und  die  Früchte  der  geduldigen  Mühsal  des  Erfinders;  sie  nimmt  kleine
Rinder  vom  Spiel  und  aus  der  Schule  weg  und  zwingt  sie  zur  Arbeit,
bevor  ihre  Knochen  hart  und  ihre  Muskeln  fest  sind;  sie  raubt  dem
Frierenden  die  wärme,  dem  hungrigen  die  Nahrung,  dem  Kranken
die  Arznei,  dem  Sorgenvollen  die  Ruhe.  Sie  erniedrigt  und  vertiert
und  verbittert.  Sie  packt  Familien  von  acht  und  zehn  Personen  in  einen
einzigen  schmutzigen  Raum;  sie  hütet  Trupps  von  Knaben  und  Mädchen
wie  Schweine**);  sie  füllt  die  Schnapsläden  und  Kneipen  mit  denen,
die  zu  pause  keine  Behaglichkeit  haben;  sie  macht  Bursche,  die  nützliche
Männer  werden  könnten,  zu  Kandidaten  der  Gefängnisse  und  Zuchthäuser; ­
  sie  füllt  die  Bordelle  mit  Mädchen,  die  die  reinen  Mutterfreuden
hätten  empfinden  können;  sie  sendet  die  Habsucht  und  alle  schlimmen
Leidenschaften  plündernd  durch  die  Gesellschaft,  wie  ein  harter  Winter
die  Wölfe  zu  den  wohnplätzen  der  Menschen  treibt;  sie  verdunkelt  den
Glauben  in  der  menschlichen  Seele,  und  über  die  Vorstellunq  eines
gerechten  pnd  erbarmungsvollen  Schöpfers  zieht  sich  der  Schleier  eines
harten,  blinden  und  grausamen  Schicksals!

*)  Social  Statics,  S.  1,42.
**)  In  den  sogenannten  „Gangs"  einiger  Ackerbaudistrikte  Englands.
Anmerk,  des  Übers.
            
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